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Pressemitteilungen 2017 - Dezember


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PM 281 / 2017
07.12.2017

Pro-Kopf-Arbeitszeit 2016 betrug 1 418 Stunden in Sachsen-Anhalt - 59 Stunden mehr als im Bundesdurchschnitt

In Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2016 von den 1,009 Millionen Erwerbstätigen 1 430,3 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Damit betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit je Erwerbstätigen durchschnittlich 1 418 Stunden. 

Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen mitteilte, sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, das die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen umfasst, gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Millionen Stunden auf 1 430,3 Millionen Stunden (- 0,4 %). Gleichzeitig nahm die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2016 um 3 200 Personen auf 1,009 Millionen Personen (+ 0,3 %) zu. Die Hauptursachen für die Abnahme des Arbeitsvolumens lagen im Rückgang der selbstständigen Beschäftigung und der Vollzeitbeschäftigung sowie der Zunahme der Teilzeitbeschäftigung. Ein weiterer Einflussfaktor war der Anstieg der Ausfallszeiten durch Krankheit. Nach der Stellung im Beruf betrachtet sank, hauptsächlich bedingt durch den Rückgang um 600 Personen (- 0,6 %), die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen um 1,7 Millionen Stunden auf 181,3 Millionen Stunden (- 0,9 %). Bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verringerte sich die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 3,9 Millionen Stunden auf 1 249,1 Millionen Stunden (- 0,3 %). Die Arbeitnehmerzahl nahm dagegen um 3 800 Personen (+ 0,4 %) zu. Im Jahr 2016 betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Erwerbstätigen 1 418 Stunden, 10 Stunden weniger als im Vorjahr, aber 59 Stunden mehr als im Bundesdurchschnitt. Bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen lag die Pro-Kopf-Arbeitszeit bei 1 986 Stunden, das waren 6 Stunden weniger als im Vorjahr, jedoch 28 Stunden mehr als im Bundesdurchschnitt. Je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer betrug die durchschnittliche geleistete Jahresarbeitszeit 1 361 Stunden, 10 Stunden weniger als im Vorjahr, aber 68 Stunden mehr als im Bundesdurchschnitt.
Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet entwickelte sich das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt sehr differenziert. Während es in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+ 4,4 %), Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+ 0,4 %) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (+ 0,1 %) zunahm, sank es in den anderen Wirtschaftsbereichen. Den stärksten Rückgang hatte das Verarbeitende Gewerbe (- 2,2 %) zu verzeichnen. 

Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden, wie in den Vorjahren, im Baugewerbe mit 1 645 Stunden geleistet. Am kürzesten war die jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 363 Stunden), wo Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.
Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.
Diese vom Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) ermittelten Zahlen sind das Ergebnis einer Neuberechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens für das Jahr 2016 und beruhen auf dem Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom August 2017. Dabei wurden auch die Jahre ab 2013 überarbeitet.

 

Arbeitsvolumen (geleistete Arbeitsstunden) der Erwerbstätigen
am Arbeitsort in Sachsen-Anhalt 2015 und 2016
 

Wirtschaftsbereich (WZ 2008)

2015

2016

Veränderung 2016 gegenüber 2015

 

Je Erwerbs-
tätigen 2016

Millionen Stunden

%

Stunden

 

A          Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

 

33,1

34,5

 

4,4

1 544

B - F    Produzierendes Gewerbe

 

412,1

405,4

-       1,6

1 561

B - E    Produzierendes Gewerbe ohne
              Baugewerbe

 

 

282,1

 

276,2

 

-       2,1 

 

1 525

                darunter: C Verarbeitendes Gewerbe

 

248,5

242,9

-       2,2

1 523

F           Baugewerbe

 

130,0

129,1

-       0,6

1 645

G - T    Dienstleistungsbereiche

 

 990,8

 990,5

0,0

1 363

G - J     Handel, Verkehr, Gastgewerbe,
              Information und Kommunikation

 

324,5

 

324,8

 

0,1

 

1 369

K - N    Finanz-, Versicherungs- u. Unternehmens-
              dienstl., Grundstücks- u. Wohnungswesen 

 

216,4

 

214,2

 

-       1,0 

 

1 342

O - T    Öffentliche und sonstige Dienstleister,
              Erziehung, Gesundheit

 

449,9

 

451,5

 

0,4

 

1 369

 

Insgesamt

1 435,9

1 430,3

 

-       0,4

1 418

 

Weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt www.statistik.sachsen-anhalt.de oder auf der Homepage des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ www.ak-etr.de abgerufen werden. Zu den neuen Ergebnissen liegt außerdem eine vom Arbeitskreis erstellte Publikation „Arbeitsvolumen in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland 2000 bis 2016, Reihe 1, Band 2“ in elektronischer Form (Excel bzw. PDF) vor, die kostenlos über das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt (shop@stala.mi.sachsen-anhalt.de) bestellt oder über das Online-Angebot des Arbeitskreises www.ak-etr.de heruntergeladen werden kann. 

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die nicht bezahlten Pausen sowie die Zeit für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums am jeweiligen Arbeitsort von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Es berücksichtigt weder Intensität noch Qualität der geleisteten Arbeit. Das Arbeitsvolumen ergibt sich als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen.
Bei einem Branchen- oder Regionalvergleich des durchschnittlichen Arbeitsvolumens je Erwerbstätigen ist zu beachten, dass dieser Indikator in besonderem Maße vom Anteil der Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigten geprägt wird, dagegen nur in geringem Maße durch tarifliche Unterschiede. Nicht korrekt sind daher Wertungen als Unterschiede im „Fleiß“ oder in der „Arbeitsbereitschaft“ der Erwerbstätigen einzelner Branchen oder Regionen (mit unterschiedlichem Branchenmix) ohne genaue Kenntnis der Fakten, die der Rechnung zugrunde liegen.

 



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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