Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt Auf einen Blick Daten und Fakten Shop Veröffentlichungen Datenerhebungen Wir über uns Links  
 





Pressemitteilungen 2016 - Dezember


Seite drucken
Januar
April
Juli
Oktober
Februar
Mai
August
November
März
Juni
September
Dezember
PM 285 / 2016
07.12.2016

Pro-Kopf-Arbeitszeit im Jahr 2015 betrug 1 427 Stunden

In Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2015 von den 1 004,1 Tausend Erwerbstätigen 1 432,8 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Damit betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit je Erwerbstätigen durchschnittlich 1 427 Stunden.

Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen mitteilt, sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, das die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen umfasst, gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Millionen Stunden oder 0,4 Prozent. Dieser Rückgang ist auf die Abnahme der Erwerbstätigenzahl um 6 400 Personen oder 0,6 Prozent zurückzuführen. Nach der Stellung im Beruf betrachtet sank, bedingt durch den Rückgang um 2 200 Personen oder 2,4 Prozent, die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen um 3,6 Millionen Stunden oder 2,0 Prozent. Bei den Arbeitnehmern verringerte sich die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 2,1 Millionen Stunden oder 0,2 Prozent. Die Arbeitnehmerzahl nahm um 4 200 Personen oder 0,5 Prozent ab. Im Jahr 2015 betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Erwerbstätigen 1 427 Stunden (Vorjahr: 1 424 Stunden, Bundesdurchschnitt: 1 368 Stunden). Bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen lag die Pro-Kopf-Arbeitszeit bei 1 993 Stunden (Vorjahr: 1 985 Stunden, Bundesdurchschnitt: 1 961 Stunden). Je Arbeitnehmer/in betrug die geleistete Jahresarbeitszeit 1 371 Stunden (Vorjahr: 1 367 Stunden, Bundesdurchschnitt: 1 301 Stunden.

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet entwickelte sich das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt sehr differenziert. Während es in den Bereichen Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen (+ 1,1 %) und Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+ 0,3 %) zunahm, sank es in den anderen Wirtschaftsbereichen. Den stärksten Rückgang hatten die Bereiche Baugewerbe (- 2,9 %) sowie Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (- 1,3 %).

Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden, wie in den Vorjahren, im Baugewerbe mit 1 644 Stunden geleistet. Am kürzesten war die jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 372 Stunden), bei denen Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.

Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.

Diese vom Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) ermittelten Zahlen sind das Ergebnis einer Neuberechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens für das Jahr 2015 und beruhen auf dem Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom August 2016. Dabei wurden auch die Jahre ab 2012 überarbeitet.

 

Arbeitsvolumen (geleistete Arbeitsstunden) der Erwerbstätigen
am Arbeitsort in Sachsen-Anhalt 2014 und 2015
 

Wirtschaftsbereich (WZ 2008)

2014

2015

Veränderung 2015 gegenüber 2014

Je Erwerbstätigen 2015

Millionen Stunden

%

Stunden

A           Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

32,4

32,0

-       1,3

1 520

B – F    Produzierendes Gewerbe 

417,1

411,4

-       1,4

1 572

B – E    Produzierendes Gewerbe ohne
                Baugewerbe


283,8


282,0


-      
0,6


1 541

              darunter: C Verarbeitendes Gewerbe 

250,6

248,4

-       0,9

1 541

F            Baugewerbe

133,4

129,4

-       2,9

1 644

G – T    Dienstleistungsbereiche 

 989,1

 989,4

0,0

1 372

G - J      Handel, Verkehr, Gastgewerbe, 
  
             Information und Kommunikation


327,6


324,3


-      
1,0


1 378

K – N    Finanz-, Versicherungs- u. Unternehmens-                dienstl., Grundstücks- u. Wohnungswesen 


213,3


215,6


1,1


1 352

O - T     Öffentliche und sonstige Dienstleister,
                Erziehung, Gesundheit


448,2


449,5


0,3


1 377

Insgesamt

1 438,6

1 432,8

-       0,4

1 427

 

Weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt www.statistik.sachsen-anhalt.de oder auf der Homepage des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ www.ak-etr.de abgerufen werden. Zu den neuen Ergebnissen liegt außerdem eine vom Arbeitskreis erstellte Publikation „Arbeitsvolumen in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland 2000 bis 2015, Reihe 1, Band 2“ in elektronischer Form (Excel bzw. PDF) vor, die kostenlos über das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt (shop@stala.mi.sachsen-anhalt.de) bestellt oder über das Online-Angebot des Arbeitskreises www.ak-etr.de heruntergeladen werden kann.

 

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter, marginal Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die nicht bezahlten Pausen für das Einnehmen von Mahlzeiten sowie die Zeit für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums am jeweiligen Arbeitsort von Arbeitnehmern und Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Es berücksichtigt weder Intensität noch Qualität der geleisteten Arbeit. Das Arbeitsvolumen ergibt sich als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen.
Das durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitsvolumen wird für die Wirtschaftszwei­ge bzw. Länder in besonderem Maße vom Anteil der Teilzeitkräfte und der marginal Beschäftigten geprägt, dagegen in nur gerin­gem Maße durch tarifliche Unterschiede. Nicht statthaft sind daher Wertungen als „Unter­schiede im Fleiß“ oder in der Arbeitsbereit­schaft der Erwerbstätigen einzelner Branchen oder Regionen (mit unterschiedlichem Bran­chenmix) ohne genaue Kenntnis der zu Grun­de liegenden Fakten.
Die Gliederung nach Wirtschaftsbereichen erfolgt nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008).

 

 

 

 

 



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


Statistisches Landesamt
Merseburger Str. 2
06110 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2318-702
Fax: 0345 2318-913

Internet:
http://www.statistik.
sachsen-anhalt.de
E-Mail:
pressestelle@
stala.mi.sachsen-
anhalt.de