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Pressemitteilungen 2016 - August


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29.08.2016

Höchstes Wirtschaftswachstum in der Landeshauptstadt Magdeburg

Zwölf der insgesamt vierzehn kreisfreien Städte und Landkreise des Landes Sachsen-Anhalt erreichten im Jahr 2014 ein nominales Wirtschaftswachstum (gemessen an der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes ohne Preisbereinigung).
Mit einem Plus von 2,6 Prozent erwirtschafteten die drei kreisfreien Städte einen deutlich höheren Zuwachs als die elf Landkreise (+ 0,2 %). In absoluten Werten stieg das Bruttoinlandsprodukt in den kreisfreien Städten um rund 400 Mill. EUR und in den Landkreisen um rund 78 Mill. EUR gegenüber dem Vorjahr an.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) umfasst den Wert aller innerhalb eines Wirtschaftsgebietes während einer bestimmten Periode produzierten Waren und Dienstleistungen. Es entspricht der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche zuzüglich der Gütersteuern und abzüglich der Gütersubventionen.
 

In den kreisfreien Städten und Landkreisen Sachsen-Anhalts entwickelte sich das Bruttoinlandsprodukt sehr differenziert, es bewegte sich auf einer Skala von - 2,3 Prozent bis + 4,2 Prozent. Insgesamt erwirtschafteten sieben Regionen ein über dem Landesdurchschnitt von 0,9 Prozent liegendes Wachstum.
Die besten wirtschaftlichen Entwicklungen konnten die Landeshauptstadt Magdeburg (+ 4,2 %), der Landkreis Stendal (+ 3,4 %) und die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau (+ 2,0 %) vorweisen.
In der Landeshauptstadt Magdeburg, deren Wirtschaft zu vier Fünfteln vom Dienstleistungssektor geprägt wird, kamen die maßgeblichen Impulse für den überdurchschnittlichen Anstieg aus diesem Bereich. Im Landkreis Stendal waren sowohl die Betriebe des Dienstleistungssektors als auch die Betriebe des Produzierenden Gewerbes an dem guten Ergebnis beteiligt und konnten den Rückgang im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei ausgleichen, der im Landkreis Stendal einen überdurchschnittlich hohen Anteil hat. Der absolute Zuwachs beim BIP kam in der kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau zu einem Drittel aus dem Produzierenden Gewerbe und zu zwei Dritteln aus dem Dienstleistungsbereich.
Mit einem ebenfalls über dem Landesdurchschnitt liegendem Wirtschaftswachstum konnten der Landkreis Wittenberg (+ 1,8 %), das Jerichower Land (+ 1,7 %), der Landkreis Harz (+ 1,1 %) und die kreisfreie Stadt Halle (Saale) (+ 1,0 %) im Jahr 2014 punkten.

In zwei Landkreisen ging das BIP zurück. Der Salzlandkreis musste Einbußen von 2,3 Prozent hinnehmen, die hauptsächlich aus dem Rückgang der Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe resultierten. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sank das BIP um 1,8 Prozent, die Ursache dafür waren Wertschöpfungsrückgänge im Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation.

Um Größenunterschiede zwischen den Regionen zu berücksichtigen, wird das nominale BIP auf die Erwerbstätigen bezogen (Wirtschaftskraft). Im Jahr 2014 erwirtschaftete ein Erwerbstätiger in Sachsen-Anhalt durchschnittlich 54 659 EUR, das waren 1,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Weit über dem Landesdurchschnittswert lag der Saalekreis, der wie auch in den Vorjahren den Spitzenplatz unter den kreisfreien Städten und Landkreisen Sachsen-Anhalts einnahm. Im Saalekreis erarbeitete jeder Erwerbstätige durchschnittlich 65 315 EUR, das waren 1,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ursächlich für diese Entwicklung war ein Anstieg des BIP bei gleichzeitigem Rückgang der Erwerbstätigenzahlen.
Auf weiteren Plätzen folgten die Landkreise Börde und Anhalt-Bitterfeld mit einem BIP je Erwerbstätigen in Höhe von 61 699 bzw. 57 299 EUR. Beide Landkreise erreichten das Vorjahresergebnis nicht und mussten Rückgänge von 0,5 bzw. 0,4 Prozent hinnehmen.
Eine ebenfalls überdurchschnittliche Wirtschaftskraft konnten das Jerichower Land, der Burgenlandkreis und der Landkreis Wittenberg vorweisen.

Mit diesen Ergebnissen werden erstmals regionale Daten des Bruttoinlandsproduktes und der Bruttowertschöpfung für das Jahr 2014 vorgelegt. Zusammen mit der Berechnung der Ergebnisse für 2014 wurden die Ergebnisse der Jahre 2000 bis 2013 im Rahmen der Revision 2014 überarbeitet. Hauptanlass war die europaweite Einführung des neuen „Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010“. Im Zuge der Revision wurden methodische Weiterentwicklungen vorgenommen und neue statistische Basisdaten in die Berechnungsverfahren integriert.

Über weitere detaillierte regionale Ergebnisse Sachsen-Anhalts für die Jahre 2000 bis 2014 informiert der in Kürze erscheinende Statistische Bericht „Bruttoinlandsprodukt, Bruttowertschöpfung in den kreisfreien Städten und Landkreisen 2000 - 2014“ bzw. die Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt www.statistik.sachsen-anhalt.de Regionalergebnisse für alle kreisfreien Städte und Landkreise Deutschlands veröffentlicht der Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ in der Gemeinschaftsveröffentlichung Reihe 2 Band 1 unter www.vgrdl.de.

 

BIP

BIP Veränderungen



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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