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Pressemitteilungen 2016 - April


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PM 81 / 2016
18.04.2016

Die Repräsentative Wahlstatistik zur Landtagswahl 2016

Weniger jungen Wahlberechtigten steht eine zunehmende Zahl älterer gegenüber 

Aufgrund des demografischen Wandels hat sich die Altersstruktur der Wahlberechtigten1) in Sachsen-Anhalt deutlich verändert. Während die Zahl der älteren Wahlberechtigten beträchtlich gestiegen ist, hat sich die Zahl der jüngeren wahrnehmbar verringert. Betrug der Anteil der Wahlberechtigten mit 60 und mehr Jahren bei der Landtagswahl 2006 noch 34,5 Prozent, gehörten bei der Wahl zum 7. Landtag schon 43,3  Prozent zu dieser Altersgruppe. Gleichzeitig nahm im selben Zeitraum die Zahl der Wahlberechtigten mit weniger als 35 Jahren ab. Waren 2006 noch 21,6  Prozent der Wahlberechtigten 35 Jahre und jünger, umfasste diese Gruppe 2016 lediglich 18,2 Prozent. 

Die jungen Sachsen-Anhalter »verringern« durch geringere Wahlbeteiligung ihr politisches Einflusspotenzial 

Das größere Einflusspotenzial der älteren Wahlberechtigten wird neben dem demografischen Wandel zusätzlich durch die geringere Wahlbeteiligung in den jungen Altersgruppen verstärkt. So blieb die Wahlbeteiligung2) der jüngeren Wahlberechtigten bei der Landtagswahl 2016 deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 61,1 Prozent. Nur 37,4  Prozent der Wahlberechtigten zwischen 21 und 25 Jahren nahmen an der Wahl teil. Das waren 23,7  Prozentpunkte unter dem Landesdurchschnitt und damit die niedrigste Beteiligungsquote aller Wahlberechtigten. Im Gegensatz dazu nutzten 63,2  Prozent der 60- bis 69-Jährigen ihre Möglichkeit zur Wahlteilnahme. Wie bei vorangegangenen Wahlen wies diese Altersgruppe weiterhin die höchste Beteiligungsquote auf.
Insgesamt blieb der Trend, dass mit zunehmendem Alter eine Teilnahme an politischen Wahlen wahrscheinlicher wird, auch bei der Landtagswahl 2016 bestehen. Die einzigen Ausnahmen dieser Tendenz bilden weiterhin die Erstwählerinnen und -wähler - die niedrigsten Beteiligungsquoten werden tendenziell nicht von den 18- bis 20-Jährigen, sondern in der Gruppe der 21- bis 24-Jährigen erreicht. 

CDU, SPD und DIE LINKE und GRÜNE verlieren in fast allen Altersgruppen Stimmenanteile 

Ihre jeweils höchsten Zweitstimmenanteile bei den Männern hatten die CDU (29,3 %), DIE LINKE (23,9 %) und die SPD (15,1 %) in der Altersgruppe ab 70 Jahren. Die AfD hat mit 33,6 Prozent in der Altersgruppe 45-59 Jahren ihren größten Wählerzuspruch bei den Männern. Die GRÜNEN sowie die FDP haben mit 10,3 Prozent sowie 6,4 Prozent bei den Männern in der Altersgruppe 18 - 24 Jahren ihre stärksten Ergebnisse. Bei den Frauen hat die CDU (41,7 %) und SPD (14,6 %) wiederum in der Altersgruppe ab 70 Jahren ihren besten Wert, DIE LINKE bei den 60- bis 69-Jährigen mit 19,7 Prozent. Die AfD erzielt das beste Ergebnis mit 24,8 Prozent bei den 25- bis 34-jährigen Frauen und ist generell wesentlich schwächer als bei den Männern. Die GRÜNEN haben ihren mit Abstand höchsten Wert mit 15,4 Prozent bei den Frauen von 18-24 Jahren.

Alle im ehemaligen Landtag vertretenden Parteien verlieren in fast allen Altersgruppen bei beiden Geschlechtern Prozentpunkte. DIE LINKE kann nur bei den 18- bis 24-jährigen Männern mit 0,6 Prozentpunkten leicht zulegen. Die CDU kann zumindest bei den Frauen ab 60 Jahren um 1,8 Prozentpunkte zulegen. Die Grünen können zumindest in ihrer, vom Wahlergebnis her, stärksten Altersgruppe den Frauen von 18 - 24 Jahren den Verlust mit - 0,8 Prozentpunkten gering halten. Aufgrund des großen Anteils von Wählern über 45 Jahren  sind die Verluste der Parteien DIE LINKE  und  SPD in  diesen  Altersgruppen  besonders  gravierend.  Die  SPD  verliert besonders  bei  den  Wählern ab 60 - 14,1 Prozentpunkte bei den Männern und - 15,3 Prozentpunkte bei den Frauen.
DIE LINKE wiederum verliert stark bei den 45- bis 60-Jährigen - 13,5 Prozentpunkte bei den Männern und - 10,6 Prozentpunkte bei den Frauen.“

Die Repräsentative Wahlstatistik liefert einen tiefgehenden und interessanten Einblick in das Wahlverhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen. Mit Hilfe der Daten dieser Statistik können Erkenntnisse über die Wahlberechtigten, die Wahlbeteiligung, die Stimmabgabe sowie über die Zusammensetzung der Wählerschaft der Parteien nach Geschlecht und Altersgruppen gewonnen werden.

1)      Wahlberechtigte ohne Wahlschein. – Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik.
2)      Wahlbeteiligung der Wähler ohne Wahlschein. - Ergebnisse der Repräsentativen Wahlstatistik.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.statistik.sachsen-anhalt.de/Internet/Home/Veroeffentlichungen/Veroeffentlichungen/Statistische_Berichte/index.php?category=6B711

 

 



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    Pressemitteilung    


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