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Pressemitteilungen 2016 - März


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PM 58 / 2016
23.03.2016

Pro-Kopf-Arbeitszeit im Jahr 2015 betrug 1 431 Stunden

In Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2015 von den 1 000,2 Tausend Erwerbstätigen 1 431,4 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Damit betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit je Erwerbstätigen durchschnittlich 1 431 Stunden. 

Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen mitteilte, sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, das die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen umfasst, gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,7 Millionen Stunden oder 0,1 Prozent. Dieser Rückgang ist auf die Abnahme der Erwerbstätigenzahl um 7 900 Personen oder 0,8 Prozent zurückzuführen. Dabei sank, bedingt durch den Rückgang um 3 300 Personen, die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen um 5,0 Millionen Stunden oder 2,8 Prozent. Bei den Arbeitnehmern stieg dagegen die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 3,3 Millionen Stunden oder 0,3 Prozent. Die Arbeitnehmerzahl nahm zwar um 4 600 Personen oder 0,5 Prozent ab. Das betraf jedoch nur die marginale Beschäftigung (- 8 200 Personen) mit vergleichsweise geringeren Arbeitszeiten. Dagegen nahm die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, darunter auch die Vollzeitbeschäftigung, zu. Im Jahr 2015 betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Erwerbstätigen 1 431 Stunden (Vorjahr 1 422 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 371 Stunden). Bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen lag die Pro-Kopf-Arbeitszeit bei 2 013 Stunden (Vorjahr 1 994 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 976 Stunden). Je Arbeitnehmer betrug die geleistete Jahresarbeitszeit 1 376 Stunden (Vorjahr 1 365 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 304 Stunden). 

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet entwickelte sich das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt sehr differenziert. Während es in den Bereichen Finanz- Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen (+ 1,8 Prozent) und Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe (+ 0,2 Prozent) zunahm, sank es in den anderen Wirtschaftsbereichen. Den stärksten Rückgang hatten die Bereiche Baugewerbe (- 2,1 Prozent) sowie Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (- 1,9 Prozent). 

Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden, wie in den Vorjahren, im Baugewerbe mit 1 655 Stunden geleistet. Am kürzesten war die jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 374 Stunden), wo Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.

Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit. 

Diese vom Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) ermittelten Zahlen sind das Ergebnis einer Neuberechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens für das Jahr 2015 und beruhen auf dem Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Februar 2016. 

 

Arbeitsvolumen (geleistete Arbeitsstunden) der Erwerbstätigen
am Arbeitsort in Sachsen-Anhalt 2014 und 2015
  

 

Wirtschaftsbereich (WZ 2008)

2014

2015

Veränderung 2015 gegenüber 2014

Je Erwerbs-tätigen 2015

Millionen Stunden

%

Stunden

 

A       Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

 

32,5

31,8

-  1,9

1 534

B-F    Produzierendes Gewerbe

 

418,7

416,6

-  0,5

1 579

B-E    Produzierendes Gewerbe ohne
            Baugewerbe

 

283,1

283,8

0,2

1 545

           darunter: C Verarbeitendes Gewerbe

 

250,4

250,3

0,0

1 544

F         Baugewerbe

 

135,6

132,8

-  2,1

1 655

G-T   Dienstleistungsbereiche

 

 981,9

 983,0

0,1

1 374

G-J     Handel, Verkehr, Gastgewerbe,
            Information und Kommunikation

 

326,7

325,6

-  0,3

1 380

K-N    Finanz-, Versicherungs- u. Unternehmens-
            dienstl., Grundstücks- u. Wohnungswesen

 

210,1

213,9

1,8

1 353

O-T    Öffentliche und sonstige Dienstleister,
            Erziehung, Gesundheit

 

445,1

443,5

-  0,4

1 380

 

Insgesamt

1 433,1

1 431,4

-  0,1

1 431

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt www.statistik.sachsen-anhalt.de unter Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (Regionalberechnungen zur Erwerbstätigkeit) oder auf der Homepage des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ www.ak-etr.de abgerufen werden. Zu den neuen Ergebnissen liegt außerdem eine vom Arbeitskreis erstellte Publikation „Arbeitsvolumen in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland 2000 bis 2015, Reihe 1, Band 2“ in elektronischer Form (Excel bzw. PDF) vor, die kostenlos über das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt (shop@stala.mi.sachsen-anhalt.de) bestellt oder über das Online-Angebot des Arbeitskreises www.ak-etr.de heruntergeladen werden kann.

 

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter, marginal Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die nicht bezahlten Pausen für das Einnehmen von Mahlzeiten sowie die Zeit für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums am jeweiligen Arbeitsort von Arbeitnehmern und Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Es berücksichtigt weder Intensität noch Qualität der geleisteten Arbeit. Das Arbeitsvolumen ergibt sich als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen.
Das durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitsvolumen wird für die Wirtschaftszwei­ge bzw. Länder in besonderem Maße vom Anteil der Teilzeitkräfte und der marginal Beschäftigten geprägt, dagegen in nur gerin­gem Maße durch tarifliche Unterschiede. Nicht statthaft sind daher Wertungen als „Unter­schiede im Fleiß“ oder in der Arbeitsbereitschaft der Erwerbstätigen einzelner Branchen oder Regionen (mit unterschiedlichem Branchenmix) ohne genaue Kenntnis der zu Grun­de liegenden Fakten.
Die Gliederung nach Wirtschaftsbereichen erfolgt nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008).

 



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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