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Pressemitteilungen 2015 - November


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14. November - Weltdiabetestag

Im Jahr 2014 erlagen 1 136 Personen (473 Männer und 663 Frauen) bzw. 3,7 Prozent aller Verstorbenen aus Sachsen-Anhalt an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), so die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt anlässlich des Welt-Diabetestages am 14. November.

Hauptsächlich werden zwei Diabetesformen unterschieden: Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Rund 90 Prozent aller an der Zuckerkrankheit Verstorbenen sind auf den Typ-2 zurückzuführen. Als Ursache für einen Typ-2-Diabetes sind vor allem die Lebensweise und die Ernährungsgewohnheiten zu nennen. Eine Heilung ist nicht möglich, jedoch kann durch die Vermeidung von Übergewicht und durch mehr Bewegung präventiv entgegen gewirkt werden. Für 1 018 Sachsen-Anhalter, darunter 762 Personen mit 75 oder mehr Jahren, war dieser Diabetestyp für den Tod verantwortlich. Der Typ-1-Diabetes führte hingegen bei lediglich 48 Einwohnern zum Tod.

Sind bei einem Diabetiker die Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum zu hoch, so kann dies zu Schäden bzw. Folgeerkrankungen an den Nieren, Augen, Nerven oder im Herz-Kreislaufsystem führen. So kamen zum Beispiel aufgrund des Diabetes mellitus mit Nierenkomplikationen 299, aufgrund des Diabetes mellitus mit peripheren vaskulären Komplikationen 93 oder aufgrund des Diabetes mellitus mit neurologischen Komplikationen 18 Einwohner zwischen Arendsee und Zeitz zu Tode. Für 266 Personen aus unserem Land waren multiple Komplikationen der Zuckerkrankheit die Todesursache.

Für 47 Sachsen-Anhalter war das diabetische Koma (hyperglykämisches Koma) oder ein hypoglykämischer Schock für den Tod verantwortlich. Das hyperglykämische Koma wird durch Diätfehler, Dosierungsfehler mit Insulin oder Infektionen sowie andere Begleiterkrankungen hervorgerufen. Ein Überdosierungsfehler mit Insulin, extreme körperliche Belastungen, starker Durchfall und Erbrechen oder das Auslassen einer Mahlzeit können hingegen einen hypoglykämischen Schock verursachen.

Im Jahr 2013 wurden laut Krankenhausdiagnosestatistik 378 Sachsen-Anhalter je 100 000 Einwohner in deutschen Krankenhäusern aufgrund von Diabetes mellitus behandelt. Damit war Sachsen-Anhalt nach Mecklenburg-Vorpommern (471 Fälle je 100 000 Einwohner) das Bundesland mit den meisten Krankenhauspatienten, welche Komplikationen oder Schwierigkeiten mit dem Blutzucker hatten.
Insgesamt wurden im Jahr 2013 laut Statistischem Landesamt Sachsen-Anhalt  8 520 Einwohner Sachsen-Anhalts (4 706 Männer und 3 814 Frauen) aufgrund von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) im Krankenhaus behandelt. Diese machten 1,4 Prozent aller Behandlungen im Krankenhaus aus. Über ein Drittel (36,9 Prozent) dieser Patienten war 75 Jahre oder älter.
Gegenüber dem Jahr 2003 bedeutet dies einen Rückgang der Patientenanzahl um 21,8 Prozent. Allerdings war in der Altersgruppe der über 75-Jährigen ein Anstieg um 6,0 Prozent zu verzeichnen. Auch wurden, im Gegensatz zu heute, überwiegend Frauen aufgrund von Diabetes mellitus behandelt (4 946 Männer und 5 943 Frauen).

Auch in der Krankenhausdiagnosestatistik dominiert der Typ-2-Diabetes mit rund 84 Prozent (7 193 Patienten) gegenüber dem Typ-1-Diabetes mit 13 Prozent (1 127 Patienten).

 



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