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Pressemitteilungen 2015 - März


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PM 31 / 2015
27.03.2015

Pro-Kopf-Arbeitszeit im Jahr 2014 betrug 1 436 Stunden

In Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2014 von den 1 008,7 Tausend Erwerbstätigen 1 448,9 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Damit betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit je Erwerbstätigen durchschnittlich 1 436 Stunden. 

Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen mitteilte, stieg das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, das die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen umfasst, gegenüber dem Vorjahr leicht um 3,6 Millionen Stunden oder 0,2 Prozent. Verursacht wurde der Anstieg vor allem durch eine leichte Zunahme bei der Vollzeitbeschäftigung und die Abnahme der marginalen Beschäftigung (- 3 900 Personen). Im Jahr 2014 betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Erwerbstätigen 1 436 Stunden (Vorjahr 1 424 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 371 Stunden). Dabei entwickelte sich das Arbeitsvolumen nach der Stellung im Beruf betrachtet unterschiedlich. Je Arbeitnehmer betrug die geleistete Arbeitszeit 1 380 Stunden (Vorjahr 1 365 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 302 Stunden). Bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit 2 000 Stunden (Vorjahr 2 001 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 973 Stunden).

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet entwickelte sich das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt sehr differenziert. Während es in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (+ 1,4 Prozent), Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+ 0,6 Prozent), Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe (+ 0,5 Prozent), Verarbeitendes Gewerbe (+ 0,5 Prozent) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (+ 0,4 Prozent) zunahm, sank es in den anderen Wirtschaftsbereichen. Den stärksten Rückgang hatte der Bereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen (- 1,0 Prozent). 

Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden, wie in den Vorjahren, im Baugewerbe mit 1 634 Stunden sowie in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei mit 1 573 Stunden geleistet. Am kürzesten war die jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 383 Stunden), wo Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.

Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.

Diese vom Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) ermittelten Zahlen sind das Ergebnis einer Neuberechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens für das Jahr 2014 und beruhen auf dem Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Februar 2015. Im Zuge der Revision 2014 wurden dabei auch die Jahre ab 2008 überarbeitet. Diese Daten sind nicht mit Ergebnissen früherer Veröffentlichungen vergleichbar. Die Veröffentlichung weiterer revidierter Länderergebnisse zum Arbeitsvolumen der Jahre 2000 bis 2007 ist für Anfang Mai 2015 vorgesehen.

Hauptanlässe der Revision 2014 waren die europaweite Einführung des neuen "Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen 2010" (ESVG 2010), und die Einarbeitung neuer Berechnungsgrundlagen wie die Ergebnisse der revidierten Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Hinsichtlich der Arbeitsvolumenberechnungen müssen nach ESVG 2010 neuerdings u.a. auch ausdrücklich die unbezahlten Überstunden erfasst werden.

 

Geleistete Arbeitsstunden der Erwerbstätigen am Arbeitsort in Sachsen-Anhalt
seit 2008 nach ausgewählten Jahren und Wirtschaftsbereichen

 

 

 

Wirtschaftsbereich (WZ 2008)

2008

2010

2013

2014

Je Erwerbs-tätigen 2014

in Millionen Stunden

in Stunden

 

A      Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

 

38,1

36,9

34,0

34,5

1 573

B-F  Produzierendes Gewerbe

 

418,3

412,1

413,4

414,9

1 572

B-E  Produzierendes Gewerbe ohne
          Baugewerbe

 

 

281,5

 

274,0

 

280,2

 

281,7

 

1 544

         darunter: C Verarbeitendes Gewerbe

 

247,3

241,3

248,1

249,4

1 544

F      Baugewerbe

 

136,8

138,2

133,3

133,2

1 634

G-T  Dienstleistungsbereiche

 

1 083,3

1 055,0

 997,9

 999,6

1 383

G-J  Handel, Verkehr, Gastgewerbe,
          Information und Kommunikation

 

356,3

345,4

335,4

336,6

1 396

K-N  Finanz-, Versicherungs- u.
         Unternehmensdienstl.,
         Grundstücks- u. Wohnungswesen

 

 

230,1

 

 

228,1

 

 

214,6

 

 

212,4

 

 

1 358

 

O-T  Öffentliche und sonstige Dienstleister,
          Erziehung, Gesundheit

 

496,9

 

481,4

 

448,0

 

450,6

 

1 385

 

Insgesamt

1 539,7

1 504,0

1 445,3

1 448,9

1 436

 

 

Weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt www.statistik.sachsen-anhalt.de unter Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (Regionalberechnungen zur Erwerbstätigkeit) oder auf der Homepage des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ www.ak-etr.de abgerufen werden. Zu den neuen Ergebnissen liegt außerdem eine vom Arbeitskreis erstellte Publikation „Arbeitsvolumen in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland 2008 bis 2014, Reihe 1, Band 2“ in elektronischer Form (Excel bzw. PDF) vor, die kostenlos über das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt (shop@stala.mi.sachsen-anhalt.de) bestellt oder über das Online-Angebot des Arbeitskreises www.ak-etr.de heruntergeladen werden kann.

 

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter, marginal Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die nicht bezahlten Pausen für das Einnehmen von Mahlzeiten sowie die Zeit für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums am jeweiligen Arbeitsort von Arbeitnehmern und Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Es berücksichtigt weder Intensität noch Qualität der geleisteten Arbeit. Das Arbeitsvolumen ergibt sich als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen.
Das durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitsvolumen wird für die Wirtschaftszweige bzw. Länder in besonderem Maße vom Anteil der Teilzeitkräfte und der marginal Beschäftigten geprägt, dagegen in nur geringem Maße durch tarifliche Unterschiede. Nicht statthaft sind daher Wertungen als „Unterschiede im Fleiß“ oder in der Arbeitsbereitschaft der Erwerbstätigen einzelner Branchen oder Regionen (mit unterschiedlichem Branchenmix) ohne genaue Kenntnis der zu Grunde liegenden Fakten.
Die Gliederung nach Wirtschaftsbereichen erfolgt nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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