Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt Auf einen Blick Daten und Fakten Shop Veröffentlichungen Datenerhebungen Wir über uns Links  
 





Pressemitteilungen 2015 - März


Seite drucken
Januar
April
Juli
Oktober
Februar
Mai
August
November
März
Juni
September
Dezember
PM 20 / 2015
03.03.2015

Ergebnisse der Tourismusstatistik für das Jahr 2014 im Land Sachsen-Anhalt

Erstmals über 3 Millionen Gäste im Jahr 2014 - neues Rekordjahr für das Tourismusgewerbe in Sachsen-Anhalt

  

Nachdem die Tourismusbranche im Jahr 2013 besonders mit witterungsbedingten Schwierigkeiten und den damit verbundenen gesunkenen Gäste- und Übernachtungszahlen zu kämpfen hatte, entwickelte sich das Tourismusaufkommen im Jahr 2014 wieder zu einem stabilen Wirtschaftsfaktor. 

Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt wurden in den Beherbergungsbetrieben des Landes mit zehn und mehr Betten sowie auf den Campingplätzen mit mindestens 10 Stellplätzen erstmalig mehr als 3 Millionen Gäste gezählt. Im Vergleich zum Jahr 2013 waren das knapp 130 000 Gäste bzw. 4,5 Prozent mehr. Gegenüber dem letzten Rekordjahr, dem Jahr 2012 waren es gut 61 000 Gäste bzw. 2,1 Prozent mehr. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, wurden das vierte Jahr in Folge mehr als sieben Millionen Übernachtungen gebucht. Mit 7,4 Millionen gebuchten Übernachtungen waren das mehr als 302 000 im Vergleich zum Vorjahr (+ 4,2 %) und knapp 80 000 mehr als im Jahr 2012 (+ 1,1 %). 

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste blieb mit 2,5 Tagen konstant. 

Im saisonalen Jahresvergleich wurden für die Mehrzahl der Monate gestiegene Übernachtungszahlen gemeldet, vor allem für die Monate Juni (+ 16,9 %) und April (+ 10,7 %). In den Monaten März, Mai und Juli lagen die Ergebnisse geringfügig unter den Vorjahreswerten. 

In die monatliche Beherbergungsstatistik sind rund 1 100 Beherbergungsbetriebe aus Sachsen-Anhalt einbezogen. Zur Jahresmitte 2014 standen für die Touristen und anderen Gäste knapp 72 000 Schlafgelegenheiten zur Verfügung. Die durchschnittliche Auslastung der angebotenen Schlafgelegenheiten lag mit 30,8 Prozent über dem Wert des Vorjahres (29,5 %).

 

Gestiegenes Gästeaufkommen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland

Der Zuwachs im Tourismusaufkommen wurde sowohl durch die in- als auch ausländischen Gästen erreicht. Über 90 Prozent der Besucher Sachsen-Anhalts kamen aus dem Inland. Ihre Zahl erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent auf 2,78 Millionen und auch gegenüber dem Jahr 2012 um 1,9 Prozent. 

Jeder 13. Gast hatte seinen Wohnsitz im Ausland, im Jahr 1994 war es nur jeder 19. Die Zahl der ausländischen Gäste erhöhte sich gegenüber dem Jahr 2013 um 4,0 Prozent auf 232 000 Personen. Auch die gebuchten Übernachtungen stiegen um 3,6 Prozent auf knapp 523 000. Der Zustrom der Besucher mit ausländischem Wohnsitz unterlag in den letzten Jahren ständigen Schwankungen, sowohl nach oben als auch nach unten. In den letzten drei Jahren wurden durch diese jeweils mehr als 500 000 Übernachtungen gebucht. Gut 40 Prozent der ausländischen Gäste buchten ihre Übernachtungen in den Sommermonaten Juni, Juli und August. Sie blieben mit durchschnittlich 2,3 Tagen etwas kürzer als die Inländer mit 2,5 Tagen. Einen langen Anreiseweg nach Sachsen-Anhalt hatten zum Beispiel die Touristen aus Mittelamerika und China. Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag mit 4,0 bzw. 3,8 Tagen weit über dem Durchschnitt. Mehr als 5 Tage Zeit für Ihren Ausflug nahmen sich die bulgarischen Staatsbürger. 

Die ausländischen Besucher kamen zu 85 Prozent aus Europa, hier vorwiegend aus den Niederlanden, Polen, Dänemark, Österreich und der Schweiz. Auf diese fünf Länder entfiel fast die Hälfte aller Übernachtungen aus dem Ausland. Die meisten Übernachtungen von Gästen außerhalb Europas buchten Besucher aus den USA, aus China und Japan.
Deutlich mehr Übernachtungen als im Vorjahr gab es von Gästen aus Griechenland, Irland, Spanien, Israel und Mittelamerika, weniger aus Taiwan, Island, Kroatien, Malta und Slowenien. 

 

Höchstes Übernachtungsplus auf Campingplätzen 

Mit 4,7 Millionen Übernachtungen und einem Anteil von 63 Prozent wurden die weitaus meisten Übernachtungen in den Beherbergungsbetrieben der Hotellerie (Hotels, Gasthöfe, Pensionen) verbracht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der 2,4 Millionen Gäste blieb mit 2,0 Tagen gegenüber den Vorjahren konstant. Die gestiegenen Übernachtungszahlen gegenüber dem Jahr 2013 (+ 3,9 %) wurden von den Hotels und Pensionen getragen, Gasthöfe hatten einen Rückgang von 3,3 Prozent zu verzeichnen. Auch gegenüber dem Jahr 2012 hatte die Hotellerie ein Übernachtungsplus, welches ausschließlich die klassischen Hotels (ohne Hotels garnis) betraf. 

Die mit Abstand höchste prozentuale Übernachtungszunahme gegenüber dem Vorjahr wiesen die Campingplätze des Landes mit 16,3 Prozent aus. Gegenüber dem Jahr 2012 wurden 12 000 Camper mehr gezählt. 

Der Kurtourismus der Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen hatte mit 50 000 Gästen und 1,1 Millionen Übernachtungen positive Veränderungsraten sowohl gegenüber 2013 als auch gegenüber 2012. Die Gästezahlen erhöhten sich um 7,5 bzw. 7,9 Prozent, die Zahl der Übernachtungen um 6,2 bzw. 5,5 Prozent. Im Durchschnitt blieb jeder Besucher 21 Tage in einer dieser Einrichtungen und damit um 0,3 Tage kürzer als im vergangenen Jahr.

  

Positive Bilanz bei allen Reisegebieten sowie Kreisfreien Städten und Landkreisen 

Im Vorjahresvergleich verzeichneten alle Reisegebiete gestiegene Gäste- und auch Übernachtungszahlen. Die insgesamt höchste Steigerungsrate hatte die Region Altmark mit 8,2 Prozent mehr Besuchern und die Region Anhalt-Wittenberg mit 6,8 Prozent mehr gebuchten Übernachtungen. 

Die Beherbergungsbetriebe des aufkommensseitig kleinsten Reisegebietes, der Altmark, meldeten 5,3 Prozent mehr Übernachtungen. Dabei war die Nachfrage von Gästen aus dem Ausland mit einem Plus von 38,1 Prozent an Gästen und einer Zunahme von 24,7 Prozent bei den gebuchten Übernachtungszahlen überproportional hoch. 

Mit 1,03 Millionen Gästeankünften und einem Anteil von 38 Prozent aller Übernachtungen war nach wie vor der Harz und das Harzvorland die am meisten nachgefragte Region Sachsen-Anhalts. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Besucherzahlen um 1,4 Prozent und die Zahl der Übernachtungen um 1,1 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2012 kamen 5 600 Gäste mehr, dabei wurden 55 000 Übernachtungen weniger gebucht. Mit 2,8 Tagen war hier die durchschnittliche Aufenthaltsdauer am höchsten und auch gegenüber den Vorjahren konstant. 

Im Regionalvergleich der Kreisfreien Städte und Landkreise hatte der Landkreis Harz mit 2,5 Millionen die absolut höchste Zahl an Übernachtungen. Gut ein Drittel aller Übernachtungen wurden in diesem Landkreis gebucht. Trotz eines Zuwachses von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr wurde das Niveau des Jahre 2012 nicht erreicht (- 28 000). 

Alle Kreisfreien Städte und Landkreise hatten gegenüber dem Vorjahr ein gestiegenes Übernachtungsaufkommen. Trotzdem erreichten einige Landkreise die Werte vom Jahr 2012 nicht: Anhalt-Bitterfeld (- 8,5 %), Mansfeld-Südharz (- 7,7 %), Stendal (- 3,9 %), Börde (- 3,0 %). 

Am längsten blieben die Gäste im Altmarkkreis Salzwedel (3,6 Tage), im Salzlandkreis (3,4 Tage) und in Wittenberg (3,0 Tage). Vergleichsweise weniger Zeit verbrachten sie in Dessau-Roßlau mit 1,6 Tagen und in Magdeburg mit 1,7 Tagen. 

Knapp die Hälfte aller touristischen Übernachtungen erfolgte in Beherbergungsbetrieben prädikatisierter Städte und Gemeinden (Mineral- und Moorbäder, Luftkurorte sowie Erholungsorte). Dabei lagen die Erholungsorte mit 1,7 Millionen Übernachtungen an der Spitze. Nur bei diesen Gemeindegruppen stiegen die touristischen Kennzahlen sowohl gegenüber dem Jahr 2013 als auch gegenüber dem Jahr 2012.



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


Statistisches Landesamt
Merseburger Str. 2
06110 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2318-702
Fax: 0345 2318-913

Internet:
http://www.statistik.
sachsen-anhalt.de
E-Mail:
pressestelle@
stala.mi.sachsen-
anhalt.de