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Pressemitteilungen 2014 - November


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PM 118 / 2014
24.11.2014

Aktuelle Daten zur Kindertagesbetreuung in Sachsen-Anhalt 2014 auf gemeinsamer Pressekonferenz vorgestellt

Landesweite Betreuungsquote der unter 3-Jährigen beträgt 58,3 Prozent
Sachsen-Anhalt wieder Spitzenreiter im Bundesvergleich

Sachsen-Anhalts Kinderbetreuung bleibt im bundesweiten Vergleich Vorreiter. Das geht aus der am Montag vom Statistischen Landesamt vorgestellten aktuellen Datenerhebung hervor. Im Beisein von Sozialminister Norbert Bischoff präsentierte der Präsident des Statistischen Landesamtes, Manfred Scherschinski, die Jahresstatistik 2014. Demnach wurden am 1. März 2014 insgesamt 29 677 Kinder unter 3 Jahren in einer Kindereinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut. Das waren 100 Kinder mehr als im Vorjahr. Der Anstieg liegt damit in derselben Größenordnung wie zwischen März 2010 und März 2011 (+ 131). Nur zwischen März 2012 und März 2013 war der Anstieg geringer (+ 18). Zwischen März 2008 und März 2009 gab es mit mehr als 1 500 Kindern unter 3 Jahren den höchsten jährlichen Zuwachs.

Der Präsident des Statistischen Landesamtes betonte, dass Sachsen-Anhalt bereits im März 2006 ein hohes Niveau bei der Kindertagesbetreuung erreicht hatte. Dennoch stieg die Betreuungsquote (Anteil der in Kindertageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreuten unter 3-Jährigen an allen Kindern dieser Altersgruppe) jährlich an und erhöhte sich von 50,2 Prozent im März 2006 auf 58,3 Prozent im März 2014. Sie lag damit weit über dem Bundesdurchschnitt von 32,3 Prozent. Damit nahm Sachsen-Anhalt 2014 erneut die Position des Spitzenreiters im Bundesvergleich ein.

Mit dem neuen Kinderförderungsgesetz gibt es seit dem 01.08.2013 wieder für alle Kinder einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagesbetreuung (Betreuung erfolgt mehr als 7 Stunden) unabhängig vom Sozialstatus der Eltern. Das macht sich auch in der neuen Statistik bemerkbar. Der Anteil der Kinder, die mehr als 7 Stunden in einer Kindertageseinrichtung betreut wurden, stieg seit 2006 (40,1 Prozent) stetig an. Ausdruck der Inanspruchnahme der im neuen Kinderförderungsgesetz verankerten Möglichkeit der Ganztagsbetreuung ist der bisher größte Anstieg in den letzten Jahren, der im März 2013 mit 44,8 Prozent bis März 2014 mit 54,6 Prozent zu verzeichnen war.

Sozialminister Norbert Bischoff sieht in der neuen Erhebung eine Bestätigung für das seit August 2013 geltende Kinderförderungsgesetz. Bischoff sagte: „Es war richtig, mit dem Ganztagesanspruch für alle Kinder Chancengerechtigkeit wieder herzustellen. Zugleich zeigen die Daten, dass eben nicht alle Kinder auch automatisch 10 Stunden betreut werden müssen, sondern dass in der Mehrzahl Eltern verantwortungsbewusst jene Betreuungszeit vereinbaren, die frühkindliche Bildung möglich macht und zugleich dem Kindeswohl entspricht.“

Von den 3 bis unter 6-Jährigen wurden 95 von 100 Kindern in einer Tageseinrichtung oder von einer Tagesmutter/Tagesvater betreut. Auch hier stieg die Betreuungsquote zwischen den Jahren 2006 und 2012 ständig an, war aber in den letzten zwei Jahren leicht rückläufig.

In den 1 773 Kindertageseinrichtungen waren am 1. März 2014 insgesamt 18 070 Personen beschäftigt. Darunter waren 8 473 als Gruppenleiter, 2 821 als Zweit- und Ergänzungskraft, 3 597 gruppenübergreifend, 604 zur Förderung von Kindern nach SGB VIII/SGB XII, 517 als Leiter und 198 in der Verwaltung tätig. Damit waren 15 495 Personen als pädagogisches Personal tätig und außerdem 265 Personen des Leitungspersonals, die stundenweise neben ihrer Leitungstätigkeit auch pädagogische Arbeit mit den Kindern leisteten.

Neben dem pädagogischen Personal, Leitungs- und Verwaltungspersonal gab es im März 2014 noch weitere 1 860 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im hauswirtschaftlich-technischen Bereich, die für den Betrieb der Kindertagesstätte bedeutsam sind, aber nicht als Betreuungspersonen für die Kinder zur Verfügung stehen.

Am 1. März 2014 waren in den Kindertageseinrichtungen 16 210 Personen als pädagogisches Personal sowie als Leitungs- und Verwaltungspersonal beschäftigt, davon 96,3 Prozent Frauen und 3,7 Prozent Männer. Gut die Hälfte des Personals (8 453 Personen) war zwischen 45 und 60 Jahre alt. Dabei hatten die 55 bis unter 60-Jährigen mit 35,2 Prozent den größten Anteil. Knapp 8 Prozent der Männer und Frauen waren unter 25 Jahre alt.

In Sachsen-Anhalt besaßen 15 240 Männer und Frauen einen fachpädagogischen Berufsausbildungsabschluss. Rund 13 289 Personen des pädagogischen, Leitungs- und Verwaltungspersonals verfügten im März 2014 über eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher. Diese Gruppe bildete mit 82,0 Prozent den Kern des Personals. Jedoch war in diesem Berufsfeld in den letzten Jahren ein stetiger prozentualer Rückgang zu verzeichnen. Gegenüber 2006 verringerte sich der Anteil um 7,5 Prozentpunkte. Die begonnene Akademisierung dieses Berufsfeldes, die sich im Erwerb eines Diploms im sozialpädagogischen, pädagogischen, heilpädagogischen oder erziehungswissenschaftlichen Bereich zeigt (Fachhochschule, Universität oder vergleichbarer Abschluss), hat bisher zu einer leichten Zunahme bei der Zahl der Fach-/Hochschulabsolventen unter den Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen geführt. Ihr Anteil lag 2014 bei 4,3 Prozent (2006: 1,7 Prozent). Mit 4,9 Prozent stellten die 794 Personen mit einem Fachschulabschluss im Bereich der Heilpädagogik, Heilerziehung und Heilerziehungspflege die zweitgrößte Gruppe (2006: 3,3 Prozent). Als Kinderpfleger/innen arbeiteten 1,9 Prozent, das waren 313 Personen (2006: 0,5 Prozent).

Das neue Kinderförderungsgesetz sorgt auch für verbesserte Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher durch die stufenweise Anhebung des Personalschlüssels, d. h. mehr Erzieherinnen und Erzieher kümmern sich um die Kinder. Am 01.03.2014 lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der Personalschlüssel in Sachsen-Anhalt bei den unter 3-Jährigen bei 6,4 (2013: 6,7) und bei den 2 bis unter 8-Jährigen (ohne Schulkinder) bei 11,3 (2013: 12,1).



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