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Pressemitteilungen 2014 - Mai


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28.05.2014

Zensus 2011: Ergebnisse zu Haushalten und Familien liegen vor

Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt, werden mit dem heutigen Tag alle endgültigen Ergebnisse des Zensus 2011 veröffentlicht. Insbesondere liegen nun Aussagen zu Haushalts- und Familienstrukturen vor. So gab es zum Stichtag 9. Mai 2011 etwa 1,1 Millionen private Haushalte. In nahezu jedem dritten Haushalt lebten Paare ohne Kinder (rund 350 000), in jedem fünften Paare mit Kindern (rund 241 000). Somit setzte sich mehr als die Hälfte der privaten Haushalte aus diesen beiden Familientypen zusammen. 

Die Anzahl der Singlehaushalte betrug rund 418 000. Alleinerziehende bildeten rund 95 000 Haushalte, wobei es deutlich mehr Haushalte von alleinerziehenden Müttern (rund 81 000) als von alleinerziehenden Vätern (rund 14 000) gab. Fast drei Viertel der Bevölkerung Sachsen-Anhalts lebte am 9. Mai 2011 in Ein- bzw. Zweipersonenhaushalten (jeweils 37,1 Prozent). Nur jeder zehnte Haushalt bestand aus vier und mehr Personen. Außerdem war etwa jeder vierte Haushalt ein reiner Seniorenhaushalt. 

Die aktuellen Auswertungen des Zensus gaben Aufschluss zur Wohnsituation der Menschen: 

  • Paare mit einem oder mehreren Kindern wohnten in Sachsen-Anhalt am häufigsten in den eigenen vier Wänden und verfügten über die größten Wohnungen. So lebten zwei Drittel dieser Paare im eigenen Haus oder in ihrer Eigentumswohnung auf durchschnittlich 106 m2 mit 5,1 Räumen. Zu den Räumen wurden im Zensus 2011 alle Wohn- und Schlafräume sowie abgeschlossene Küchen gezählt. 

  • Etwa die Hälfte der Paare ohne Kinder lebte im eigenen Heim und verfügte über Wohnflächen von rund 86 m2, die sich auf 4,4 Räume verteilten. 

  • Haushalten von Alleinerziehenden standen durchschnittlich 83 m2 mit 4,4 Räumen zur Verfügung, ein Drittel der Alleinerziehenden lebte in den eigenen vier Wänden. 

  • Singles wohnten eher zur Miete und zu einem Anteil von 22 Prozent im eigenen Heim. Sie verfügten auch im Landesdurchschnitt über die kleinsten Wohnungen mit 62 m2 und 3,3 Räumen. 

  • Seniorinnen und Senioren lebten etwas häufiger in ihrem Wohneigentum als Alleinerziehende. Allerdings verfügten Sie mit 72 m2 Wohnfläche und 3,9 Räumen über kleinere Wohnungen als Alleinerziehende.

Beim regionalen Vergleich spiegelt sich das gleiche Bild wie im Land wieder. So verfügten Paare mit Kindern in allen Landkreisen und Kreisfreien Städten am Zensus-Stichtag über die größten Wohnungen. Sie lebten am häufigsten im Wohneigentum. In den kleinsten Wohnungen lebten Singles, die auch am seltensten in den eigenen vier Wänden wohnten. 

Signifikante Unterschiede zeigten sich im Vergleich von Halle und Magdeburg zu den Landkreisen und der Kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau. Beispielsweise betrug in Halle bzw. in Magdeburg der Anteil an Haushalten von Paaren mit Kind(ern), die in einer Eigentumswohnung oder dem eigenen Haus lebten, rund 33 bzw. 40 Prozent, in Dessau-Roßlau waren es fast 56 Prozent. Die Landkreise Börde und der Altmarkkreis Salzwedel bildeten mit einem jeweiligen Anteil von ca. 76 Prozent die Spitzenreiter. Vergleichsweise standen Haushalten in Halle und Magdeburg auch deutlich kleinere Wohnungen zur Verfügung. So war eine durchschnittliche Wohnung in Halle für Paare mit Kind(ern) 95 m2 groß und hatte 4,6 Räume, in Magdeburg war diese nur geringfügig größer (rund 97 m2 mit 4,7 Räumen). Hingegen lebten Paare mit Kind(ern) im Altmarkkreis Salzwedel in Wohnungen mit einer Durchschnittsgröße von 118 m2 und 5,5 Räumen. 

Halle und Magdeburg waren auch in anderer Hinsicht die Städte der Superlative. Sie hatten anteilig die meisten Singlehaushalte mit 45,5 bzw. 46,3 Prozent bei einem Landesdurchschnitt von 37,1 Prozent. Haushalte von Paaren mit Kind(ern) wurden in Halle und Magdeburg mit 14,4 bzw. 15,2 Prozent seltener angetroffen als in den Landkreisen und der Kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau. Im Land lag der Durchschnitt bei 21,4 Prozent. Den prozentual kleinsten Anteil gab es in beiden Städte auch an Haushalten mit Ehepaaren (33,2 bzw. 34,4 Prozent). Im Land betrug dieser Anteil 43,8 Prozent. 

Der Landkreis Börde nahm mehrere Spitzenplätze ein. Dort lebten annähernd in jedem zweiten Haushalt Ehepaare. In mehr als jedem vierten Haushalt waren Paare mit Kind(ern) anzutreffen und etwa jeder fünfte Haushalt war ein Dreipersonenhaushalt. 

Große Haushalte mit 5 bzw. 6 und mehr Personen wurden vorrangig im Altmarkkreis Salzwedel festgestellt. Hier lag der Anteil insgesamt bei 4,6 Prozent, vergleichsweise waren es im Land nur 2,7 Prozent. Im Landkreis Stendal war der Anteil an Haushalten mit Alleinerziehenden am höchsten (9,4 Prozent). Der Landesdurchschnitt betrug 8,4 Prozent. Anteilig die meisten Haushalte mit Paaren ohne Kinder gab es im Landkreis Mansfeld-Südharz (33,5 Prozent). Im Vergleich lag der Landesdurchschnitt bei 31,1 Prozent. 

Alle endgültigen Ergebnisse des Zensus 2011 für Sachsen-Anhalt, die Kreisfreien Städte und Landkreise sowie die Gemeinden sind in den Gemeindeblättern „Bevölkerung und Haushalte“ und „Gebäude- und Wohnungen“ veröffentlicht. Zusätzlich sind umfangreichere Auswertungen für Sachsen-Anhalt in der Broschüre „Zensus 2011 - Bevölkerung am 09. Mai 2011 im Land Sachsen-Anhalt“ zusammengestellt. Die Veröffentlichungen sind kostenfrei  auf der Homepage des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt unter www.statistik.sachsen-anhalt.de  erhältlich. 

In der Zensusdatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sind alle Daten individuell unter https://ergebnisse.zensus2011.de abrufbar. 

Weitere Informationen erhalten Sie unter: 

Private Haushalte am 9. Mai 2011 in den Kreisfreien Städten und Landkreisen des Landes Sachsen-Anhalt nach ausgewählten Merkmalen  

Private Haushalte am 9. Mai 2011 in den Kreisfreien Städten und Landkreisen des Landes Sachsen-Anhalt nach Typ, Größe sowie Seniorenstatus des privaten Haushalts

 



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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