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Pressemitteilungen 2014 - Mai


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PM 41 / 2014
20.05.2014

Pro-Kopf-Arbeitszeit im Jahr 2013 betrug 1 471 Stunden

In Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2013 von den 998,9 Tausend Erwerbstätigen 1 469,1 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Damit betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit je Erwerbstätigen durchschnittlich 1 471 Stunden.

Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen mitteilte, sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, das die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen umfasst, gegenüber dem Vorjahr um 20,3 Millionen Stunden oder 1,4 Prozent. Ausschlaggebend dafür war, dass die Erwerbstätigenzahl um 6 000 Personen oder 0,6 Prozent abnahm. Auch die Ausfallzeiten infolge der Flut von 2013 wirkten sich negativ auf die geleistete Arbeitszeit aus. Die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Erwerbstätigen betrug 1 471 Stunden (Vorjahr 1 482 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 388 Stunden). Dabei entwickelte sich das Arbeitsvolumen nach der Stellung im Beruf betrachtet unterschiedlich. Je Arbeitnehmer betrug die geleistete Arbeitszeit 1 411 Stunden (Vorjahr 1 421 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 313 Stunden). Bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit 2 060 Stunden (Vorjahr 2 071 Stunden, Bundesdurchschnitt 2 013 Stunden).

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet entwickelte sich das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt sehr differenziert. Während es im Verarbeitenden Gewerbe (+ 0,4 Prozent) zunahm, sank es in allen anderen Wirtschaftsbereichen. Die stärksten Rückgänge hatten die Bereiche Baugewerbe (- 4,3 Prozent), Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (- 2,9 Prozent), Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (- 1,7 Prozent) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation (- 1,6 Prozent).  

Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden, wie schon in den Vorjahren, im Baugewerbe mit 1 680 Stunden und in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei mit 1 655 Stunden geleistet. Am kürzesten war die jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 423 Stunden), wo Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.

Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschafts-bereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.

Diese vom Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) ermittelten Zahlen sind das Ergebnis einer Neuberechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens für das Jahr 2013 und sind abgestimmt auf die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes für Deutschland vom Februar 2014.

 

Geleistete Arbeitsstunden der Erwerbstätigen am Arbeitsort in Sachsen-Anhalt

seit 2000 nach ausgewählten Jahren und Wirtschaftsbereichen

 

Wirtschaftsbereich (WZ 2008)

2000

2010

2012

2013

Je Erwerbs-tätigen

2013

in Millionen Stunden

in Stunden

 

 

 

 

 

 

A          Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

45,9

37,8

36,8

35,8

1 655

B-F      Produzierendes Gewerbe

500,8

414,4

422,5

417,3

1 584

B-E      Produzierendes Gewerbe ohne

             Baugewerbe

264,5

271,0

274,5

275,7

1 538

             darunter: C Verarbeitendes Gewerbe

225,1

238,6

242,4

243,5

1 543

F          Baugewerbe

236,3

143,5

147,9

141,6

1 680

G-T      Dienstleistungsbereiche

1 117,2

1 058,5

1 030,1

1 016,0

1 423

G-J      Handel, Verkehr, Gastgewerbe

             Information und Kommunikation

404,0

351,5

349,1

343,5

1 443

K-N     Finanz-, Versicherungs- u.             Unternehmensdienstl., Grundstücks-und             Wohnungswesen

186,8

233,4

227,2

226,5

1 442

O-T      Öffentliche und sonstige Dienstleister,

             Erziehung, Gesundheit

526,4

473,6

453,8

446,0

1 400

 

 

 

 

 

 

Insgesamt

1 663,9

1 510,8

1 489,4

1 469,1

1 471

 

Weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt www.statistik.sachsen-anhalt.de unter Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (Regionalberechnungen zur Erwerbstätigkeit) oder auf der Homepage des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ www.ak-etr.de abgerufen werden. Zu den neuen Ergebnissen liegt außerdem eine vom Arbeitskreis erstellte Publikation „Arbeitsvolumen in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland 2000 bis 2013, Reihe 1, Band 2“ in elektronischer Form (Excel bzw. PDF) vor, die kostenlos über das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt (shop@stala.mi.sachsen-anhalt.de) bestellt oder über das Online-Angebot des Arbeitskreises www.ak-etr.de heruntergeladen werden kann.

 

 

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter, marginal Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die nicht bezahlten Pausen für das Einnehmen von Mahlzeiten sowie die Zeit für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums am jeweiligen Arbeitsort von Arbeitnehmern und Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Es berücksichtigt weder Intensität noch Qualität der geleisteten Arbeit. Das Arbeitsvolumen ergibt sich als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen.

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitsvolumen wird für die Wirtschaftszwei­ge bzw. Länder in besonderem Maße vom Anteil der Teilzeitkräfte und der marginal Beschäftigten geprägt, dagegen in nur gerin­gem Maße durch tarifliche Unterschiede. Nicht statthaft sind daher Wertungen als „Unter­schiede im Fleiß“ oder in der Arbeitsbereit­schaft der Erwerbstätigen einzelner Branchen oder Regionen (mit unterschiedlichem Bran­chenmix) ohne genaue Kenntnis der zu Grun­de liegenden Fakten.

Die Gliederung nach Wirtschaftsbereichen erfolgt nach der neuen Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008).

 



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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