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Pressemitteilungen 2014 - April


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PM 34 / 2014
08.04.2014

Zensus 2011 - Veränderungen des ostdeutschen Wohnungsmarktes

In den neuen Bundesländern und Berlin-Ost wurden zum Zensusstichtag 3,1 Millionen Gebäude mit Wohnraum und 7,8 Millionen darin befindliche Wohnungen festgestellt. Damit befinden sich 16,3 Prozent der Gebäude und 18,7 Prozent der Wohnungen von Deutschland insgesamt im Osten.

Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich durch den umfassenden Wandel des Gebäude- und Wohnungsbestandes der Wohnungsmarkt im Osten nachhaltig verändert.

  • Jedes vierte Gebäude wurde nach der Wiedervereinigung neu errichtet. Darunter sind rund 700 000 Ein- und Zweifamilienhäuser. Die höchsten Neubauraten von rund 33 Prozent wurden für Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nachgewiesen und lagen damit weit über dem Bundesdurchschnitt von 22,5 Prozent.

  • Infolge der intensiven Bautätigkeit hat sich der Gebäude- und Wohnungsbestand erheblich verjüngt. Trotzdem verfügen die neuen Bundesländer nach wie vor über den ältesten Gebäudebestand in Deutschland, allen voran Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, dort sind Gebäude im Durchschnitt noch über 70 Jahre alt.

  • Durch Neubau, Verkauf und Privatisierung vollzog sich ein tiefgreifender Wandel der Eigentumsverhältnisse. Waren 1990 im Osten 40 Prozent der Wohnungen in privater Hand, ist der Anteil bis 2011 auf 63 Prozent gestiegen. Bundesweit lag dieser Wert dagegen bei 81 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Wohnungsbestand im Eigentum von Wohnungsunternehmen auf 33 Prozent reduziert, bundesweit waren es 17 Prozent.

  • Der Trend zum Wohnen in den eigenen vier Wänden spiegelt sich in der auf 37 Prozent gestiegenen Eigentümerquote wider. Der Anteil der von Eigentümern bewohnten Wohnungen betrug bundesweit 45 Prozent.

  • Verschiedene Maßnahmen gegen den fortschreitenden Leerstand in Stadt und Land infolge der massiven Bevölkerungsverluste bei gleichzeitiger Zunahme des Wohnungsbestandes führten nur zu einem geringen Anstieg des Leerstandes gegenüber 1995. Der Leerstand in den neuen Bundesländern mit Ausnahme von Berlin-Ost ist mit 8 Prozent fast doppelt so hoch wie in Deutschland insgesamt.

Nach wie vor bestehen sowohl Gemeinsamkeiten als auch regionale Unterschiede zwischen den neuen Bundesländern. Diese sind historisch bedingt, Folgen der Wohnungsbaupolitik in der ehemaligen DDR sowie Ergebnis der länderspezifischen Förderpolitik nach der Wiedervereinigung.

Die Gemeinschaftsveröffentlichung „Gebäude und Wohnungen in den neuen Bundesländern und Berlin-Ost“, konzentriert sich auf den Vergleich der Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählungen 2011 und 1995. Die Entwicklungen der Gebäude- und Wohnungsbestände sowie deren Strukturen verdeutlichen, in welchem Maße sich der Wohnungsmarkt in den einzelnen Ländern im Osten verändert hat.

Ein kostenfreier Download der Gemeinschaftsveröffentlichung ist als PDF-Datei im Internet unter http://www.statistikportal.de möglich.

Der im Rahmen des Zensus am 9. Mai 2011 erfasste Gebäude- und Wohnungsbestand wurde bundesweit für alle Gemeinden in Deutschland bereits im Mai 2013 veröffentlicht.

Diese und weitere Informationen sind auf der Homepage des Statistischen Landesamtes unter http://www.statistik.sachsen-anhalt.de/  oder in der Zensusdatenbank https://ergebnisse.zensus2011.de zu finden.

 

Kennziffern zum Gebäude- und Wohnungsbestand in den neuen
Bundesländern und Berlin-Ost im Vergleich mit Deutschland

Kennziffern

Neue Bundesländer und Berlin-Ost

Deutschland
2011

1995

2011

 

 

 

 

Wohngebäude je km2

23,4

27,9

51,4

Wohnungen je Wohngebäude

2,7

2,5

2,1

Wohnungen je 1 000 Einwohner

448

533

486

Einwohner je Wohnung

2,2

1,9

2,1

Wohnfläche je Wohnung in m2

69,4

77,8

90,9

Wohnfläche je Einwohner in m2

31,1

41,5

44,2

Anteil der Wohnungen mit Bad, WC
  und Sammelheizung in %

 

61,3

 

92,0

 

92,4

Eigentümerquote in %

29,1

37,1

45,8

Leerstandsquote in %

6,9

7,6

4,4



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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