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Pressemitteilungen 2010 - November


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12.11.2010

Zahl der Verstorbenen aufgrund von Diabetes mellitus wieder gestiegen

Im Jahr 2009 erlagen 1 200 Personen (468 Männer und 732 Frauen) bzw. 3,9 Prozent aller Verstorbenen aus Sachsen-Anhalt an Diabetes mellitus, so die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Zunahme der Todesfälle aufgrund dieses Leidens um 92 Männer und 109 Frauen.

Sachsen-Anhalt hatte im Ländervergleich, wie auch in den Vorjahren, zusammen mit dem Freistaat Thüringen und dem Land Hessen anteilig die meisten durch Diabetes mellitus verursachten Todesfälle. Während die Statistik im Jahr 2009 für Thüringen einen Anteil von 5,1 Prozent und in Hessen 4,1 Prozent an Diabetes mellitus Verstorbener ausweist, beträgt der entsprechende Anteil in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg jeweils um die 2 Prozent. Den prozentual geringsten Anteil weisen hier die Länder Schleswig-Holstein mit 1,3 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 1,4 Prozent aus.

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die allgemein als Zuckerkrankheit bezeichnet wird. Hauptsächlich werden zwei Diabetesformen unterschieden: Typ-1-Diabetes beginnt meist in der Jugend und entsteht durch die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen der Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse. Dies führt üblicherweise zu absolutem Insulinmangel. Gegenwärtig ist eine Prävention des Typ-1-Diabetes nicht möglich. Der Typ-2-Diabetes tritt meist bei älteren Menschen auf, zunehmend sind aber auch jüngere Personen betroffen. Diese Form der Erkrankung beginnt langsam und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin. Als Ursache für einen Typ-2-Diabetes sind vor allem die Lebensweise und die Ernährungsgewohnheiten zu nennen. Eine Heilung ist auch hier nicht möglich, jedoch kann häufig nach einer Gewichtsreduktion die medikamentöse Behandlung überflüssig gemacht werden, da der Körper aufgrund der nun geringeren Körpermasse genügend Insulin aus eigener Kraft produziert. In Sachsen-Anhalt dominiert, wie im gesamten Bundesgebiet, der Typ-2-Diabetes, auch Altersdiabetes genannt. Für 916 Sachsen-Anhalter, darunter 841 Personen mit 65 oder mehr Jahren, war dieser Diabetestyp für den Tod verantwortlich. Der Typ-1-Diabetes führte hingegen bei 122 Einwohnern zum Tod.

Sind bei einem Diabetiker die Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum zu hoch, so kann dies zu Schäden bzw. Folgeerkrankungen an den Nieren, Augen, Nerven oder im Herz-Kreislaufsystem führen. So führte zum Beispiel der Diabetes mellitus mit Nierenkomplikationen bei 201 Sachsen-Anhaltern oder der Diabetes mellitus mit peripheren vaskulären Komplikationen bei 94 Einwohnern zwischen Arendsee und Zeitz zum Tode. Für 281 Personen aus unserem Land waren multiple Komplikationen aufgrund der Zuckerkrankheit die Todesursache.

Für 40 Sachsen-Anhalter war das diabetische Koma (hyperglykämisches Koma), durch Diätfehler, Dosierungsfehler mit Insulin und Infektionen sowie andere Begleiterkrankungen verursacht oder ein hypoglykämischer Schock, durch Überdosierungsfehler mit Insulin, extreme körperliche Belastungen, starken Durchfall und Erbrechen oder das Auslassen einer Mahlzeit verursacht, für den Tod verantwortlich.



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    Pressemitteilung    


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