Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt Auf einen Blick Daten und Fakten Shop Veröffentlichungen Datenerhebungen Wir über uns Links  
 





Pressemitteilungen 2010 - Oktober


Seite drucken
Januar
April
Juli
Oktober
Februar
Mai
August
November
März
Juni
September
Dezember
PM 133 / 2010
28.10.2010

Gewerbesteuereinnahmen auf Erholungskurs?

Das dritte Quartal 2010 bescherte nach vorläufigen Angaben den sachsen-anhaltischen Kommunen insgesamt ein Aufkommen aus der Gewerbesteuer von 136 Millionen EUR und damit ein Mehraufkommen gegenüber dem Vorjahresquartal von rund 33 Millionen EUR. Das entspricht einem Anstieg um 32 Prozent. Damit ist nach mehr als einem Jahr negativer Schlagzeilen über die bedeutendste kommunale Steuer eine weitere Talfahrt vorerst gestoppt. Die noch zum Halbjahr ausgewiesenen Mindereinnahmen von 54 Millionen EUR (Rückgang zum 1. Halbjahr 2009 um 18 Prozent) schmolzen zum 30.09.2010 auf 20 Millionen (minus 5 Prozent). Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes bezieht sich dieses Ergebnis jedoch auf das äußerst schwache Basisjahr 2009.
Das Gesamtaufkommen an Gewerbesteuern erreichte bis zum 30. September 2010 ein Volumen von 386 Millionen EUR und liegt damit etwa auf dem Niveau von 2006.
Im Vergleich zum bisher aufkommensstärksten Jahr 2008 haben die Kommunen aktuell knapp 100 Millionen EUR weniger zur Verfügung.

Immerhin in fast zwei Drittel der Kommunen macht sich der beginnende Wirtschaftsaufschwung zum Ende des dritten Quartals  in den Haushalten der Gemeinden durch Steigerungen der Gewerbesteuereinnahmen um zusammen 43 Millionen EUR bemerkbar. Im Gegensatz dazu mussten 19 Kommunen Ausfälle im Millionenbereich von zusammen 51 Millionen EUR verkraften, unter ihnen die Landeshauptstadt Magdeburg. Allein deren Einnahmeeinbußen von 11,5 Millionen EUR bedeuten für das Landesergebnis einen Rückgang um 3 Prozent.

Seit Jahren ist bei der Gewerbesteuer zwischen den Kommunen eine sehr inhomogene Lage festzustellen. Auf die Tatsache, dass sich etwa die Hälfte der Gewerbesteuereinnahmen aller Kommunen auf nur wenige und teilweise kleine Gemeinden konzentriert, hatte die Wirtschaftskrise keine Auswirkungen. Allerdings hat sich insbesondere durch sehr unterschiedliche Entwicklungstempi die Spannbreite bezogen auf die Einnahmen je Einwohner etwas verringert. Die folgenden 10 aufkommensstärksten Kommunen zeigen beispielhaft die unterschiedlichen Entwicklungen der derzeit 300 Kommunen im Land bei der Gewerbesteuer.

 

Land/ Kommune

Gewerbesteueraufkommen 01.01. bis 30.09.

2010

2009

2008

2007

Millionen EUR

Sachsen-Anhalt insgesamt

386

407

481

452

darunter

 

 

 

 

     Magdeburg, Landeshauptstadt

51

63

65

52

     Halle (Saale), Stadt

34

33

35

29

     Barleben

20

19

24

25

     Bitterfeld-Wolfen, Stadt

15

13

26

30

     Wittenberg, Lutherstadt

15

19

17

14

     Dessau-Roßlau, Stadt

14

13

13

11

     Leuna, Stadt

14

17

36

41

     Sössen

11

13

9

11

     Schkopau

9

10

11

8

     Weißenfels, Stadt

8

9

9

9

  Kommunen zusammen

189

209

243

230

 

Prozent

  Anteil Kommunen am Land

49

51

51

51

 

Seit dem Jahr 2007 konnte unter diesen Gemeinden nur auf dem heutigen Gebiet der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau ein relativ stetiger Aufwärtstrend beobachtet werden.

Weitere 58 kreisangehörige Gemeinden erzielten ein Gewerbesteueraufkommen von jeweils über einer Million EUR. Mit zusammen 153 Millionen EUR sind das rund 40 Prozent des Landesergebnisses. 

Auf die restlichen 77 Prozent aller Kommunen entfiel ein gutes Zehntel des Landesaufkommens. Starken relativen örtlichen Aufkommensschwankungen zum Vorjahr von extremen Steigerungen über vollständige Einnahmeverluste bis zu "negativen" Einnahmen unterlagen hierunter insbesondere jene Gemeinden mit vergleichsweise geringen Gewerbesteuern. In 10 von ihnen überstiegen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2010 die zu erstattenden Gewerbesteuern die Einnahmen.



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


Statistisches Landesamt
Merseburger Str. 2
06110 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2318-702
Fax: 0345 2318-913

Internet:
http://www.statistik.
sachsen-anhalt.de
E-Mail:
pressestelle@
stala.mi.sachsen-
anhalt.de