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Pressemitteilungen 2010 - September


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27.09.2010

20 Jahre Deutsche Einheit

Zahlen, Daten und Fakten aus den 16 Bundesländern

Die statistischen Ämter der Länder haben zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 2010 die Entwicklungen in den 16 deutschen Ländern anhand statistischer Daten und Fakten betrachtet. Im Fokus stand dabei nicht die Frage, was Ost und West unterscheidet, sondern wie sich die Wirtschafts- und Lebensverhältnisse im wiedervereinigten Deutschland entwickelt haben. Entstanden ist die Gemeinschaftsveröffentlichung „Von Bevölkerung bis Wahlen – 20 Jahre Deutsche Einheit in der Statistik“. Darin sind unter anderem Daten zu den Themen Bevölkerung, Wirtschaft sowie Soziales in übersichtlichen Grafiken und anschaulichen Karten aufbereitet und in kurzen Texten kommentiert.

Einige Beispiele:

Bevölkerungsverluste nicht nur in den neuen Bundesländern

Hohe Abwanderung und kräftige Geburtenrückgänge führten vor allem in den 90er-Jahren in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen zu einer deutlichen Verringerung der Einwohnerzahlen. In diesen Ländern ist die Bevölkerungszahl heute zwischen 16 und zehn Prozent kleiner als vor 20 Jahren. Aber nicht alle neuen Länder haben so hohe Bevölkerungsverluste erlitten: Brandenburg konnte mit einem Rückgang um weniger als ein Prozent seine Bevölkerungszahl nahezu stabil halten. Bayern, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein profitierten Anfang der 90er-Jahre am stärksten von Zuwanderungen. Die Bevölkerungszahlen dieser Länder legten seit der Wiedervereinigung zwischen acht und sieben Prozent zu.

In allen Bundesländern immer mehr alte Menschen

In allen Bundesländern ist die demografische Alterung spürbar. In den neuen Ländern ist dieser Effekt jedoch stärker. Zu Beginn der 90er-Jahre war der Anteil der jungen Menschen vergleichsweise hoch, in der Folgezeit sind aber besonders viele junge Menschen aus den neuen Ländern abgewandert. In Sachsen-Anhalt beispielsweise sank der Anteil junger Menschen unter 20 Jahren von 24 Prozent im Jahr 1991 auf nur noch 15 Prozent im Jahr 2008. Zugleich stieg der Anteil der Älteren ab 65 Jahren von 14 auf 24 Prozent.
Eine deutliche Ost-West-Teilung zeigt sich beim Anteil der Kinder, die nicht ehelich geboren werden. Während in den neuen Ländern schon seit dem Jahr 2000 mehr Kinder außerhalb einer Ehe geboren werden als innerhalb, liegt dieser Anteil in den alten Bundesländern bei lediglich etwa einem Viertel.

Hohes Wirtschaftswachstum in den neuen Ländern

Zwischen 1991 und 2009 stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im wiedervereinigten Deutschland um 23 Prozent. Aufgrund des geringen Ausgangsniveaus und des Aufholprozesses waren die Wachstumsraten in den neuen Ländern in den 90er-Jahren besonders hoch. In den neuen Bundesländern legte der Wert der produzierten Waren und Dienstleistungen mit 77 Prozent deutlich stärker zu als in den alten Ländern (plus 19 Prozent; jeweils ohne Berlin). Das stärkste Wachstum verzeichnete in dieser Zeit Thüringen; hier hat sich das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt nahezu verdoppelt. Sachsen-Anhalt hatte ein Wachstum von 66 Prozent und damit das geringste der neuen Länder. Insgesamt hat sich der Anteil der neuen Länder am deutschen Bruttoinlandsprodukt im Betrachtungszeitraum von sieben auf knapp zwölf Prozent erhöht.

Kräftiger Rückgang der Zahl der Arbeitsplätze in den neuen Ländern

In Deutschland gab es im Jahr 2009 insgesamt knapp 40,3 Millionen Erwerbstätige, das waren 1,64 Millionen bzw. 4,3 Prozent mehr als 1991. Die Entwicklung in den Ländern verlief jedoch sehr unterschiedlich. Während Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern mit jeweils etwa elf Prozent deutliche Zuwächse verzeichnen konnten, sank die Zahl der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt (minus 21 Prozent) und Thüringen (minus 17 Prozent) stark. Zusammengefasst verloren die neuen Bundesländer als Folge des enormen Strukturumbruchs seit 1991 etwa eine Million Arbeitsplätze, in den alten Ländern (jeweils ohne Berlin) kamen bis 2009 dagegen knapp 2,7 Millionen Arbeitsplätze hinzu. Heute befinden sich – bei einem Bevölkerungsanteil von 16,5 Prozent – 14 Prozent aller Arbeitsplätze in den neuen Bundesländern. Im Jahr 1991 waren es noch 18 Prozent, der Bevölkerungsanteil lag bei 18,9 Prozent.

Verfügbares Einkommen: Abstand zwischen Ost und West hat sich deutlich verringert

Seit 1991 ist das verfügbare Einkommen in den neuen Ländern wesentlich stärker gestiegen als in den alten Ländern. Dadurch haben sich die extremen Unterschiede, die es kurz nach der Wiedervereinigung noch gab, deutlich verringert. Im Jahr 1991 lag das Einkommen, das die Menschen für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung haben, in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen noch um über 40 Prozent unter dem damaligen Durchschnittswert der 16 Länder (12 509 Euro je Einwohner); bis 2008 ist der Abstand vom Durchschnitt (18 974 Euro je Einwohner) auf 21 Prozent und weniger zurückgegangen.

Beim Betreuungsangebot für die Jüngsten liegen die neuen Bundesländer weit vorn

Im Bundesdurchschnitt wurde 2009 für jedes fünfte Kind unter drei Jahren die Betreuung in einer Kindertageseinrichtung oder in der öffentlich geförderten Kindertagespflege in Anspruch genommen. Weit über diesem Durchschnittswert lagen Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen, Berlin und Sachsen mit Werten zwischen 55 und 40 Prozent. Für die 3- bis unter 6-Jährigen lag die Betreuungsquote 2009 bundesweit bei 92 Prozent. Rheinland-Pfalz wies in dieser Altersgruppe mit 96,2 Prozent die höchste Quote aus, dicht gefolgt von Thüringen (95,9 Prozent), in Sachsen-Anhalt lag die Quote bei 94,4 Prozent. Die niedrigsten Betreuungsquoten wurden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen ausgewiesen.

Wahlbeteiligung in allen Ländern rückläufig

An der Wahl zum 12. Deutschen Bundestag beteiligten sich 1990 von den mehr als 60 Millionen Wahlberechtigten im Durchschnitt in allen Ländern knapp 78 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern nutzten damals die wenigsten Wahlberechtigten ihr Stimmrecht (71 Prozent) und im Saarland die meisten (85 Prozent). Bei der Wahl zum 17. Bundestag im Jahr 2009 beteiligten sich deutschlandweit noch knapp 71 Prozent und damit so wenige wie noch nie bei einer Bundestagswahl. Die Spannweite lag zwischen 60,5 Prozent in Sachsen-Anhalt und 73,8 Prozent in Hessen.

Die Veröffentlichung „Von Bevölkerung bis Wahlen – 20 Jahre Deutsche Einheit in der Statistik“ kann zum Preis von 5,00 EUR zuzügl. Versandkosten beim Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt bestellt werden – Telefax: 0345 2318-913, E-Mail:. shop@stala.mi.sachsen-anhalt.de.
Auskünfte erhalten Sie unter der Telefon-Nummer: 0345 2318-702.
Die PDF-Datei steht im Internet zum kostenfreien Download unter http://www.statistikportal.de/Statistik-Portal/20JahreDeutscheEinheit.pdf zur Verfügung.

Weitere Informationen erhalten Sie auch im gemeinsamen Statistikportal der Statistischen Ämter unter www.statistikportal.de.



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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