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Pressemitteilungen 2010 - September


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PM 108 / 2010
02.09.2010

Fallpauschalensystem (G-DRG) lässt die Bettenzahl und die Dauer von Krankenhausaufenthalten 2009 weiter sinken

Trotz steigender Fallzahlen (2009: 592 123 Krankenhausfälle, 2008: 584 177 Krankenhausfälle) dauerte ein Krankenhausaufenthalt für Patientinnen und Patienten in Sachsen-Anhalt im Jahr 2009 durchschnittlich 7,8 Tage (2008: 8,0 Tage). Das sind im Vergleich zum Bundes-durchschnitt 0,2 Tage weniger.1) 

In den 50 Krankenhäusern Sachsen-Anhalts standen insgesamt 16 498 Betten zur Verfügung. Bei gleicher Anzahl von Krankenhäusern gab es 2008 124 Betten mehr. Die öffentlichen Träger unterhalten 57,2 Prozent (Vorjahr: 63,2 %) der Betten. Etwa jedes fünfte Krankenhausbett steht jeweils in einem freigemeinnützig geführten und in einem privat geführten Krankenhaus (freigemeinnützig: 3 517 Betten, privat: 3 502 Betten).

Die Bettenauslastung blieb gegenüber dem Vorjahr mit 76,8 Prozent gleich, obwohl die Fallzahlen angestiegen und die Bettenzahl gesunken war. Dies ist auf die verringerte durchschnittliche Dauer der Krankenhausaufenthalte zurückzuführen.

Wie lassen sich diese Zusammenhänge nun erklären?
Zum 1. Januar 2003 startete die Einführung des G-DRG-Sytems (German. Diagnosis Related Groups-System) zunächst auf freiwilliger Basis. Es handelt sich um ein diagnoseorientiertes Fallpauschalensystem, das im Jahr 2004 budgetneutral für alle Krankenhäuser verbindlich wurde. Beginnend mit dem Jahr 2005 wurde ein Übergangszeitraum geschaffen, um den Wechsel planvoll und strukturiert gestalten zu können (s. auch § 17 b Krankenhausfinazierungsgesetz).2)
Ziel des DRG- Abrechnungssystems ist es bei gleich bleibender oder steigender Versorgungsqualität, Kosten zu reduzieren, das heißt also die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung im Krankenhaus zu erhöhen.

Dies soll vor allem durch folgende Maßnahmen und Anreize erreicht werden:

  • Verringerung der Bettenzahl,

  • Verkürzung der durchschnittlichen Verweildauer,

  • Verbesserung der Arbeitsorganisation,

  • Mehr Transparenz der Leistungserbringung durch bessere Dokumentation der Behandlungsabläufe,

  • Qualitätswettbewerb durch zu veröffentlichende Qualitätsberichte3)

 

Die ersten beiden Punkte lassen sich aufgrund folgender Tabelle verdeutlichen:

Berichts-jahr

Anzahl der Kranken-häuser

Anzahl der Kranken-häuser mit DRG-Vergütungs-system

Bettenzahl

Differenz der Bettenzahl zum Vorjahr

Differenz der Betten zum Vorjahr durch Schließung oder Fusion von Kranken-häusern

Durch-schnittliche Verweil-dauer

in Tagen

2000

56

-

18 279

410

117

9,6

2001

55

-

18 122

157

40

9,4

2002

54

-

17 765

357

60

9,0

2003

53

36

17 378

387

1

8,8

2004

51

44

17 332

46

27

8,7

2005

50

46

17 129

203

25

8,6

2006

50

50

16 833

296

-

8,5

2007

50

50

16 745

88

-

8,2

2008

50

50

16 622

123

-

8,0

2009

50

50

16 498

124

-

7,8

 

Die Reduzierung der Bettenanzahl und die daraus resultierende immer kürzere durchschnittliche Verweildauer, die schon vor dem Jahr 2000 mit Schließungen und Fusionen von Krankenhäusern begann, wurde seit 2003 mit Einführung des DRG- Vergütungssystems kontinuierlich fortgesetzt.
Der vorläufige Tiefpunkt wurde mit 16 498 Betten und einer durchschnittlichen Verweildauer von 7,8 Tagen je Krankenhauspatient oder Krankenhauspatientin im Jahr 2009 erreicht.

1) Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)  auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse der
     Krankenhausstatistik

2) Quelle: Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus gGmbH (InEK) „Abschlußbericht-
     Weiterentwicklung des G-DRG-Sytems für das Jahr 2005-Klassifikation, Katalog und
     Bewertungsrelationen- Teil I: Projektbericht“

3) Petra Buhr, Sebastian Klinke „Qualitative Folgen der DRG-Einführung für Arbeitsbedingungen
     und Versorgung im Krankenhaus unter Bedingungen fortgesetzter Budgetierung“
     Veröffentlichungsreihe der Forschungsgruppe Public Health, Forschungsschwerpunkt Arbeit,
     Sozialstruktur und Sozialstaat, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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