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Pressemitteilungen 2010 - März


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PM 37 / 2010
24.03.2010

Ungleiche Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter in Sachsen-Anhalts Wirtschaftsbereichen im Jahr 2009

Der durchschnittliche Bruttojahresverdienst 2009 je Arbeitnehmer betrug in Sachsen-Anhalt 22 648 EUR. Das waren 176 EUR bzw. 0,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Im gesamtdeutschen Durchschnitt verdiente ein Arbeitnehmer 27 648 EUR und damit 5 000 EUR mehr als in Sachsen-Anhalt.
Erstmals gingen bundesweit die Verdienste zurück (- 0,4 Prozent). Im Schnitt hatte jeder Arbeitnehmer rund 103 EUR weniger.

Innerhalb der sachsen-anhaltinischen Wirtschaft gab es große Unterschiede sowohl beim Verdienstniveau als auch bei den Zuwächsen.
Am höchsten fiel der Verdienst beim Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) aus. Mit 26 830 EUR je Arbeitnehmer lagen die Bruttoeinkünfte des Jahres 2009 um 4 182 EUR über dem Durchschnittswert des Landes. Die mit Abstand niedrigsten Bruttolöhne und -gehälter wurden wie auch in den vergangenen Jahren in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei gezahlt. Die Arbeitnehmer dieses Wirtschaftsbereiches erhielten fast 7 000 EUR weniger als durchschnittlich in Sachsen-Anhalts Wirtschaft.

 

Bruttolöhne

 

Im Vorjahresvergleich zeigte sich die Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftsbereichen differenziert. Die Zugänge lagen zwischen 0,1 Prozent im Baugewerbe und 3,1 Prozent bei den Öffentlichen und privaten Dienstleistern.
Einen Rückgang der Bruttoverdienste verzeichnete als einziger Wirtschaftsbereich das Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe), hier sanken die Einkünfte um 3,1 Prozent. Damit hatte jeder Arbeitnehmer dieses Bereiches im Schnitt 868 EUR weniger als im Vorjahr. Erstmals seit 11 Jahren wies das Produzierende Gewerbe rückläufige Bruttoverdienste aus. Zu den Ursachen zählen die Kurzarbeit und der Abbau von Überstunden.

Den höchsten Angleichungsstand an den Bundesdurchschnitt wies im Jahr 2009 der Bereich Öffentliche und private Dienstleister mit 98,9 Prozent aus. In Sachsen-Anhalt verdienten die Arbeitnehmer damit im Schnitt 270 EUR weniger als bundesweit.
Am weitesten vom Bundesdurchschnitt entfernt sind die Bruttojahresverdienste des Wirtschaftsbereiches Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen (71,3 Prozent) sowie des Produzierenden Gewerbes (73,0 Prozent). Absolut waren das im Jahr 2009 für die sachsen-anhaltinischen Arbeitnehmer durchschnittlich 8 264 EUR bzw. 9 915 EUR weniger.

In der Gesamtwirtschaft Sachsen-Anhalts wurden 2009 insgesamt Bruttolöhne und -gehälter in Höhe von 20,8 Mrd. EUR ausgezahlt. Im Vorjahresvergleich entsprach das einem Zuwachs von 104 Mill. EUR bzw. 0,5 Prozent.
Mit 8,3 Mrd. EUR flossen fast 40 Prozent der Bruttolöhne und -gehälter den Arbeitnehmern des Wirtschaftsbereiches Öffentliche und private Dienstleister zu. Auf das Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe) entfielen mit 4,2 Mrd. EUR 20 Prozent der Gesamtsumme.

Die Bruttolöhne und -gehälter bilden zusammen mit den Sozialbeiträgen der Arbeitgeber die Arbeitnehmerentgelte und werden im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für alle Bundesländer ermittelt.
Auf die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter wirkten sich im Jahr 2009 neue gesetzliche Regelungen zu den Arbeitgeberzuschüssen zu privaten Krankenversicherungen aus. Ab Januar 2009 werden diese Beiträge nicht mehr zu den Bruttoverdiensten, sondern zu den Sozialbeiträgen der Arbeitgeber gezählt.

Diese Ergebnisse zu den Arbeitnehmerentgelten und den Bruttolöhnen und -gehältern haben vorläufigen Charakter.

Weitere ausführliche Ergebnisse enthält der in Kürze erscheinende Statistische Bericht „Arbeitnehmerentgelt, Bruttolöhne und -gehälter nach Wirtschaftsbereichen 1991 bis 2009“.

 

Bruttolöhne und -gehälter 2009 in Sachsen-Anhalt nach Wirtschaftsbereichen

Wirtschaftsbereich

Bruttolöhne und -gehälter

Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer

absolut

Veränderung
gegenüber dem Vorjahr

Anteil an
Sachsen-Anhalt

absolut

Veränderung
gegenüber dem Vorjahr

Sachsen-Anhalt = 100

Deutschland =
100

Mill. EUR

%

%

EUR

%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Insgesamt

20 805

  0,5

100

22 648

 0,8

100

81,9

   davon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   Landwirtschaft und Forst-
     wirtschaft, Fischerei

   415

  4,2

  2,0

15 758

  2,2

  69,6

93,9

   Produzierendes Gewerbe
     ohne Baugewerbe

4 239

- 3,8

20,4

26 830

- 3,1

118,5

73,0

   Baugewerbe

1 356

  0,8

  6,5

21 832

  0,1

  96,4

86,7

   Handel, Gastgewerbe
     und Verkehr

3 763

  1,4

18,1

17 750

  1,2

  78,4

78,0

   Finanzierung, Vermietung
     und Unternehmensdl.

2 742

- 2,0

13,2

20 547

  0,0

  90,7

71,3

   Öffentliche und private
      Dienstleister

8 290

  3,1

39,8

25 372

  3,1

112,0

98,9

 



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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