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Pressemitteilungen 2009 - November


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PM 144 / 2009
30.11.2009

Knapp 400 000 Sachsen-Anhalter erhalten Leistungen zur sozialen Mindestsicherung, 93 Prozent davon Hartz IV

In Sachsen-Anhalt erhielten am Jahresende 2007 nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes rund 394 000 Menschen Transferleistungen der sozialen Mindestsicherungssysteme, 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit waren 16,3 Prozent der in Sachsen-Anhalt lebenden Menschen auf existenzsichernde finanzielle Hilfen des Staates angewiesen. Am Ende des Jahres 2006 waren es noch rund 408 000 Menschen bzw. 16,7 Prozent. Gemessen an ganz Deutschland hatte Sachsen-Anhalt einen Bevölkerungsanteil von 2,9 Prozent, aber einen Anteil der Leistungsempfänger der sozialen Grundsicherung von 4,9 Prozent.

Die Transferleistungen der sozialen Mindestsicherungssysteme sind finanzielle Hilfen des Staates, die zur Sicherung des grundlegenden Lebensunterhalts dienen. Dazu zählen folgende Leistungen:

  • Arbeitslosengeld II/Sozialgeld nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II „Grundsicherung für Arbeitsuchende“)

  • Laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen nach dem SGB XII „Sozialhilfe“

  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII „Sozialhilfe“

  • Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz

  • Leistungen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz

Nach dem SGB-II waren 285 400 Personen Arbeitslosengeld-II-Empfänger (ALG II) und 81 115 Personen Empfänger von Sozialgeld (zusammen 366 515,  auch Hartz-IV genannt). Der Anteil der Sozialgeldempfänger, überwiegend im Haushalt von ALG II-Empfängern lebende Kinder, lag in Sachsen-Anhalt mit 22 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt  von 27 Prozent. Bezogen auf die Bevölkerung im Alter von 0 bis unter 65 Jahren war jeder fünfte Bürger (19,8 %) Empfänger der genannten Leistungen ( 2006 waren es 20,1 %).
Sachsen-Anhalt lag damit an zweiter Stelle nach Berlin (21,7 %), vor  Mecklenburg-Vorpommern (19,7 %). 
In allen Bundesländern, außer in Berlin, ging die SGB-II-Quote im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr zurück. Alle neuen Bundesländer sowie Berlin und Bremen hatten die höchsten Bezugsquoten von mehr als 14 Prozent.
Kinder im Alter unter 15 Jahren waren besonders betroffen. Jedes dritte Kind (32,1 %) in Sachsen-Anhalt erhielt Sozialleistungen (Hartz IV). In Berlin lag der Anteil der Hartz IV-Kinder mit 37,1 Prozent am höchsten, gefolgt von Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern mit 31,8 Prozent und Bremen mit 31,7 Prozent.

Als weiterer wesentlicher Baustein der sozialen Mindestsicherung ist die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung zu sehen. Rund 18 500 Menschen erhielten in Sachsen-Anhalt diese Leistung, darunter 11 300 Personen wegen voller Erwerbsminderung im Alter von 18 bis unter 65 Jahren. Gegenüber dem Vorjahr war dies insgesamt ein Anstieg um 6,3 Prozent, bei voller Erwerbsminderung um 4,9 Prozent.
Bei den Leistungsempfängern im Alter über 65 Jahren zeigte sich im Ländervergleich, wie auch schon im Vorjahr, ein deutliches Ost-West-Gefälle. 1,2 Prozent der Rentner erhielten in den neuen Bundesländern, auch in Sachsen-Anhalt, Grundsicherungsleistungen. Eine wesentliche Ursache liegt in der höheren Erwerbsbeteiligung, vor allem bei den Frauen, in der ehemaligen DDR. Im früheren Bundesgebiet sind 2,5 Prozent der Rentner Grundsicherungsbezieher.

Diese und weitere Ergebnisse enthält die Gemeinschaftsveröffentlichung „Soziale Mindestsicherung in Deutschland 2007“ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, welche kostenlos als PDF-Datei (80 Seiten) oder bei Bedarf als Print zum Preis von 9,00 EUR über das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt (info@stala.mi.sachsen-anhalt.de) bestellt werden kann. Sie steht aber auch im Publikationsservice des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/publikationen, Stichwort: Mindestsicherung, zum kostenlosen Download bereit.



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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