Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
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Pressemitteilungen 2001 - November


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PM 136 / 2001
28.11.2001

Neue Methode der Volkszählung wird getestet

In den kommenden Tagen und Wochen erhalten in Deutschland etwa 450 000 Bürgerinnen und Bürger Besuch von einem/r Interviewer/-in. Hier im Land Sachsen - Anhalt sind zirka 12 500 Haushalte davon betroffen. Diese Befragung ist Teil einer Reihe von Tests, die ein neues - kostengünstigeres und den Bürger entlastendes - Verfahren für Volkszählung erproben. Volkszählungen liefern Grunddaten über die Bevölkerung, deren Erwerbstätigkeit und Wohnsituation. Die Ergebnisse sind Grundlage für Planungen und Entscheidungen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene sowie der Europäischen Union und für wissenschaftliche Untersuchungen.

Mit dem am 3. August 2001 in Kraft getretenen Zensustestgesetz werden Testuntersuchungen angeordnet, mit denen die Tauglichkeit bereits vorhandener Datenquellen für Volkszählungen geprüft werden soll. Ähnlich, wie in anderen Staaten Europas und der Welt, wird in Deutschland nach Wegen gesucht, bestehende Datenquellen für Volkszählungen zu nutzen. In den letzten Jahren ist ein Verfahren entwickelt worden, das die gemeinsame Auswertung verschiedener Register (demographische Daten aus den Melderegistern der Gemeinden, erwerbsstatistische Daten aus Dateien der Bundesanstalt für Arbeit) und aktueller Befragungen (Gebäude- und Wohnungsdaten aus einer schriftlichen Befragung der Gebäudeeigentümer bzw. Verwalter) vorsieht, da flächendeckend keine Gebäude- und Wohnungsregister geführt werden. Mit dem Rückgriff auf bestehende Datenquellen soll gegenüber einer traditionellen Fragebogen-Erhebung eine deutliche Kosten- und Aufwandsreduzierung erreicht werden. Vor einem Methodenwechsel sind umfangreiche Verfahrens- und Qualitätstests erforderlich.

Vorrangiges Ziel der Testerhebungen ist, die Aussagekraft der Melderegister festzustellen. In Sachsen -Anhalt geschieht das in 38 zufällig ausgewählten Gemeinden mit insgesamt 2 315 Gebäuden. Dort werden zum Stichtag 5. Dezember 2001 nur die Bewohner der ausgewählten Gebäude von Interviewern zu ihrer Person befragt: Name, Vorname, Geburtsname, Geburtsdatum, Familienstand, Geschlecht, Wohnungsstatus (alleinige Wohnung / Hauptwohnung / Nebenwohnung).

Das Befragungsergebnis wird im Statistischen Landesamt Sachsen - Anhalt mit den in Melderegistern dieser Gemeinden gespeicherten Daten verglichen. Der Abgleich erfolgt unter dem Schutz des Statistikgeheimnisses im abgeschotteten Bereich des Statistischen Landesamtes. Eine Rückmeldung der Vergleichsergebnisse an die Meldebehörden erfolgt nicht.

Von den 38 Gemeinden am Registertest nehmen 14 Gemeinden zusätzlich am Verfahrenstest teil. Im letzteren werden die Daten in 929 Gebäuden von den Haushalten sowie von den Gebäudeeigentümern erhoben.

Die Fragen an diese Haushalte betreffen wohnungs- und erwerbsstatistische Merkmale, mit denen geprüft wird, inwieweit die Angaben der Gebäudeeigentümer bzw. die Information aus den Registern der Bundesanstalt für Arbeit stimmig sind.

Der Datenschutz ist in vollem Umfang gewährleistet. Alle anfallenden personenbezogenen Daten werden ausschließlich von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder erhoben und verarbeitet und unterliegen der statistischen Geheimhaltung. Die Hilfsmerkmale, wie beispielweise Name und Anschrift, werden so schnell als möglich wieder gelöscht. Rückmeldungen an andere Verwaltungsbehörden sind nicht zulässig.

Im Verlaufe des Tests werden bundesweit alle Melderegister stichprobenweise auf Mehrfachmeldungen untersucht werden.

Dabei wird festgestellt, in welchem Umfang durch Fehler im Meldeverfahren Personen mit mehreren Hauptwohnungen geführt werden. Für diese Stichprobenprüfung liefern alle Gemeinden Sachsen-Anhalts an das Statistische Landesamt Datensätze der Personen von drei zufällig ausgewählten Geburtsdaten. Mögliche Doppelfälle werden überprüft und der tatsächliche Hauptwohnsitz geklärt.

Die Befragung der Bürger würde bei einem künftigen registergestützten Zensus entfallen.

Weitere Informationen über das Testvorhaben erhalten Sie im Internet unter www.destatis.de. Sie können Ihre Anfragen auch per E-Mail an: pressestelle@stala.mi.lsa-net.de oder
per Fax (03 45) 2318 -901) stellen oder sich telefonisch im Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt unter

(0345) 2318-560, -556,- 558,-702 informieren.



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


Statistisches Landesamt
Merseburger Str. 2
06110 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2318-702
Fax: 0345 2318-913

Internet:
http://www.statistik.
sachsen-anhalt.de
E-Mail:
pressestelle@
stala.mi.sachsen-
anhalt.de