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Pressemitteilungen 2000 - November


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PM 141 / 2000
30.11.2000

Über ein Viertel mehr Insolvenzen als im gleichen Vorjahreszeitraum

Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt, wurden von den vier zuständigen Amtsgerichten des Landes in den vergangenen neun Monaten des Jahres 2000 insgesamt 1 422 Insolvenzverfahren gemeldet, 292 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das war eine Steigerung von fast 26 Prozent.
Mehr als die Hälfte aller Verfahren wurde mangels Masse nicht eröffnet. Allerdings stieg der Anteil eröffneter Verfahren an den Verfahren insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8 Prozent.
Die Gesamtsumme der voraussichtlichen Forderungen belief sich auf rund 1,6 Milliarden DM. Darunter werden mangels Masse rund 441 Millionen nicht an die Gläubiger zurückfließen.
Regional am stärksten betroffen waren die kreisfreien Städte Magdeburg und Halle sowie der Landkreis Merseburg-Querfurt.
Die Zahl der Schuldner, deren Verbindlichkeiten sich zwischen 100 000 und 500 000 DM bewegten, hatte einen Anteil von fast 40 Prozent an den Insolvenzverfahren insgesamt.
Erstmals machten sich die Auswirkungen des neuen Insolvenzrechts bemerkbar. Waren bis zum September des Vorjahres gerade einmal 2 Verbraucherinsolvenzen (ohne Kleingewerbetreibende) registriert worden, so betraf es bis Ende September 2000 bereits 115 Verbraucher (ohne Kleingewerbetreibende). Hier wurden lediglich 18 Anträge mangels Masse abgewiesen.
Auf Unternehmen (einschließlich Kleingewerbe) entfielen 1 217 Verfahren, also rund 86 Prozent aller bis September 2000 beantragten Insolvenzfälle. Dabei betrug der Anteil der weniger als 8 Jahre bestehenden Unternehmen rund 66 Prozent. Im Vorjahr waren noch in fast 77 Prozent aller Fälle solche „Jungunternehmen" in Insolvenz gegangen.
Bei Unternehmen (ohne Kleingewerbe) die 8 Jahre und länger bestanden hatten, war dagegen ein weiterer Anstieg der Pleiten zu verzeichnen. Waren es im Vergleichszeitraum des Vorjahres 250 Fälle, so hat sich ihre Zahl in diesem Jahr auf 336 erhöht.
Der wirtschaftliche Schwerpunkt lag nach wie vor im Baugewerbe (45 Prozent), gefolgt von Unternehmen im Bereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz und Gebrauchsgütern (18 Prozent) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (8 Prozent).
Von den betroffenen Unternehmen insgesamt führten rund 49 Prozent die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), rund 38 Prozent waren Einzelunternehmen. Ihr Anteil an den Insolvenzverfahren insgesamt war gegenüber dem Vorjahr um 7 bzw. 5 Prozent gesunken.
Dagegen stieg der Anteil der Insolvenzfälle an den Verfahren insgesamt bei den übrigen Schuldnern um mehr als 9 Prozent.





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    Pressemitteilung    


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