Mikrozensus

Was ist der Mikrozensus?

Der Mikrozensus wird im gesamten Bundesgebiet jährlich als amtliche Haushaltsbefragung durchgeführt. Es werden Daten über die Struktur der Bevölkerung, die wirtschaftliche und soziale Lage erhoben. Integriert in den Mikrozensus ist die Erhebung über den Arbeitsmarkt, für alle Mitgliedstaaten der EU verbindlich. Er hat sich als amtliche Repräsentativstatistik (Stichprobe) in den alten Bundesländern seit 1957 bewährt und wurde im Jahr 1991 erstmalig in den neuen Ländern des Bundes durchgeführt.

Welche Aufgaben hat er?

Mit Hilfe des Mikrozensus können schnell und kostensparend sowie ausreichend genau die wichtigsten Veränderungen der bevölkerungs- und erwerbsstatistischen Daten ermittelt werden. Er hat sich damit zu einer für Parlament, Regierung, Verwaltung, Wissenschaft und Öffentlichkeit in Bund und Ländern unverzichtbaren Informationsquelle entwickelt. In Sachsen-Anhalt sind jährlich rund 12 000 Haushalte - das sind 1 % aller Haushalte - über das Jahr verteilt zu befragen. Sie werden nach einem mathematisch-statistischen Zufallsverfahren (Grundlage bildet das bewohnte Bundesgebiet, in frühere Befragungen einbezogene Adressen bleiben unberücksichtigt) ausgewählt. Die Haushaltsmitglieder werden durch Erhebungsbeauftragte in einem Interview befragt. Da Stichprobenergebnisse nur dann zuverlässig sind, wenn die Auswahlordnung eingehalten wird, kann ein ausgewählter Haushalt nicht gegen einen anderen ausgetauscht werden.

Gibt es dafür ein Gesetz?

Die gesetzliche Grundlage bildet das Mikrozensusgesetz (MZG 2005) vom 24. Juni 2004 (BGBl. I S. 1350) in Verbindung mit der Verordnung (EG) Nr. 577/98 des Rates vom 9. März 1998 zur Durchführung einer Stichprobenerhebung über Arbeitskräfte in der Gemeinschaft (ABl. EG Nr. L 77 S. 3), in Verbindung mit dem Bundestatistikgesetz (BStatG) vom 22. Januar 1987 (BGBl. I S. 462, 565) in der jeweils aktuellen Fassung.

Muss ich an der Befragung teilnehmen?

Für alle in den ausgewählten Wohnungen lebenden volljährigen sowie minderjährigen Personen, die einen eigenen Haushalt führen, besteht nach §7 des „Mikrozensusgesetzes“ Auskunftspflicht. Darüber hinaus sind auch minderjährige oder behinderte Mitglieder eines Haushaltes zur Auskunft verpflichtet. Benennt das behinderte Haushaltsmitglied eine andere Person seines Vertrauens, so wird diese mit der Auskunftserteilung beauftragt.

Wie wird der Datenschutz gewährleistet?

Alle erhobenen Einzelangaben unterliegen der Geheimhaltungspflicht. Sie dürfen nur für die gesetzlich bestimmten statistischen Zwecke verwendet werden. Für Erhebungsbeauftragte ergeben sich daraus genaue Vorgaben für den Umgang mit diesen Daten. Name und Anschrift sind nur kurzfristig für organisatorische Zwecke, wie z.B. dem Nachweis, dass Sie Ihrer Auskunftspflicht nachgekommen sind, erforderlich.

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